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Schwerlastverkehr wird (ein bisschen) ausgesperrt

Lkw-Nerv an der Lessingstraße in Neu Wulmstorf
bc. Neu Wulmstorf. Der Neu Wulmstorfer Gemeinderat hat den Lärm geplagten Anwohnern an der Liliencronstraße und an der Lessingstraße ein Geschenk gemacht. Die Zufahrt von der B73 ins Gewerbegebiet soll künftig für Lkw über 7,5 Tonnen Gewicht verboten sein. Der Antrag der CDU wurde am vergangenen Donnerstag einstimmig verabschiedet. Ein entsprechendes Schild wird aufgestellt. Allerdings mit dem Zusatz „Anlieger frei“. Wie groß die Entlastung für die Bürger tatsächlich sein wird, bleibt abzuwarten.

Die Politik hofft trotzdem darauf, dass vor allem auswärtige Lkw-Fahrer künftig die angedachte Zufahrt über die „B3 neu“ wählen werden. SPD-Ratsherr Jürgen Waszkewitz dazu: „Meine Hoffnung geht dahin, dass die Sperrung zügig in die Software der Navigationssysteme übernommen wird.“ Hinweisschilder an der B73 mit dem Namen der Betriebe sind nach Auskunft der Landesbehörde für Straßenbau jedoch nicht möglich.

Der Rat ignorierte mit seinem Beschluss die Befürchtungen von Polizei und Verwaltung, die eine Sperrung aus verkehrsrechtlicher Sicht als bedenklich einstuften - zumal es sich um eine Zufahrt zu einem Mischgebiet handelt. Wie berichtet, hegt Uwe Hesebeck, Polizei-Dienststellenleiter in Neu Wulmstorf, Zweifel, das Verbot faktisch durchsetzen zu können, sofern kein Polizist ständig vor Ort kontrolliere.

Dafür hagelte es jetzt Kritik von CDU-Fraktionschef Malte Kanebley im Rat: „Ich finde es befremdlich, wenn die Polizei quasi sagt: Mach ich nicht. Ich erwarte von der Polizei, dass sie versucht, die Sperrung durchzusetzen.“

SPD-Fraktionschef Tobias Handtke betonte nochmals, dass es sich nicht um einen gewerbefeindlichen Beschluss des Gemeinderates handele: „Die Gewerbebetriebe haben Bestandsschutz, aber wir haben auch eine Verantwortung gegenüber den Bürgern.“