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Tierversuchsanstalt mauert weiter

Das LPT mit seinen Hundezwingern ist hermetisch abgeriegelt (Foto: archiv)
bc. Neu Wulmstorf-Mienenbüttel. Es scheint Firmenphilosophie des Laboratoriums für Pharmakologie und Toxikologie (LPT) zu sein, auf Presseanfragen nicht zu reagieren. Die Tierversuchsanstalt mit ihrer Außenstelle in Neu Wulmstorf-Mienenbüttel ignoriert aber nicht nur die Medien, auch die Gemeinde wird offenbar nach wie vor links liegengelassen. „Wir haben noch immer keine Antwort des LPT auf unser Schreiben erhalten“, sagt Bürgermeister Wolf Rosenzweig. Die Gemeinde habe eine Frist bis zum 18. November gesetzt.

Wie berichtet, unterliegt das LPT wie jeder private Halter auch dem neuen Hundegesetz in Niedersachsen. Das LPT muss demnach alle Hunde, die älter als sechs Monate sind, mit einem Mikrochip kennzeichnen lassen. Außerdem müssen alle Hunde ab einem Alter von sechs Monaten mit einer Haftpflichtversicherung gegen Personenschäden abgesichert sein. Die Neu Wulmstorfer Gemeindeverwaltung ist befugt, das Gesetz zu überprüfen. Rosenzweig kündigte bereits an, mit der nötigen behördlichen Unterstützung anzurücken, falls das LPT das gemeindliche Ordnungsamt an der Eingangspforte abweise.

Das WOCHENBLATT wollte von dem umstrittenen Unternehmen wissen: Wie geht das LPT mit dieser neuen Situation um? Hat das LPT das Gesetz schon umgesetzt? Wie viele Hunde sind davon beim LPT betroffen? Wird das LPT dem Ordnungsamt bzw. dem Bürgermeister Zutritt in Mienenbüttel gewähren?

„Die Geschäftsleitung ist sehr ins Tagesgeschäft involviert. Ich leite Ihre Mail aber gerne noch einmal weiter“, sagte eine LPT-Angestellte gut zwei Wochen nach der ersten Anfrage. Die Hoffnung auf eine Antwort ist verschwindend gering.
Martin Buschmann aus Neu Wulmstorf, Landes-Vorsitzender der Partei „Mensch Umwelt Tierschutz“ in Hamburg, verwundert die Taktik des LPT nicht: „Die antworten grundsätzlich nicht.“ Die Bemühungen des Neu Wulmstorfer Bürgermeisters, Zutritt zu bekommen, findet er dennoch „großartig“.

Er glaubt jedoch nicht, dass sich die Versuchsanstalt an dem neuen Gesetz stören wird: „Das LPT arbeitet nach Auftragslage, unabhängig von Gesetzen.“ Das neue Hundegesetz bedeute lediglich mehr Verwaltungsaufwand und eventuell geringfügig höhere Kosten für das Labor. Zudem quäle das LPT nicht nur Hunde. Auch Katzen, Hamstern, Meerschweinchen und Mäuse würden in der Versuchsanstalt getötet, so Buschmann.