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Wenn das Besondere normal wird

"Das Besondere wird normal" - so heißt der Blog von Nicole Hansen (Foto: Nicole Hansen)

Bloggerin Nicole Hansen möchte Eltern mit besonderen Kindern Anregung und Kraft geben


ab. Rübke. Kein extra angefertigtes Therapiespielzeug, keine speziellen Gruppen und schon gar kein Mitleid: Nicole Hansen (35), Mutter dreier Kinder aus Rübke, möchte ihren Sohn Enes normal in den Familienalltag integrieren. Der fünfjährige Junge erlitt während seiner Geburt eine Asphyxie, einen Sauerstoffmangel. Für seine Mutter noch lange kein Grund, sich in eine Schublade stecken zu lassen. "Zu wenige Eltern kämpfen darum, dass ihren besonderen Kindern die gleichen Möglichkeiten eingeräumt werden wie anderen Kindern", erklärt Nicole Hansen. Sie spricht bewusst von besonderen Kindern, das Wort "behindert" findet sie unpassend. "Das Wort Inklusion wird oft bemüht", so Hansen. "Doch Inklusion erfolgt nur dann, wenn man es selbst angeht."

Um Eltern zu zeigen, dass es auch anders geht, hat sie ihren Blog "Besonders wird normal" (www.besonderswirdnormal.de) ins Leben gerufen. Darin will sie zeigen, wie "normal" das Besondere ist, wenn man es als solches wahrnimmt und lebt.

"Warum brauche ich für meinen Sohn speziell angefertigtes Spielzeug? So etwas haben wir Eltern von Beginn an abgelehnt." Enes mag TipToi und liebt Eisenbahnen, er spielt mit seinen Schwestern Emel (3) und Ennur (2), besucht mit ihnen regelmäßig eine Turngruppe beim TVV Neu Wulmstorf. Mit dem Lastenrad unternimmt die Familie Ausflüge. "Meine Kinder machen alles gemeinsam", erzählt die gebürtige Hamburgerin, "es wird niemand bevorzugt."

Enes geht in die gleiche Kindergartengruppe wie Emel. "Eine Integrationsgruppe", sagt Nicole Hansen, "kleiner als die üblichen Gruppen, aber im Angebot umfangreicher." In diesem Sommer kommt er in die Schule, auch dort wird er eine Klasse mit Kindern ohne Förderbedarf besuchen. "Er ist geistig topfit und freut sich schon sehr darauf."

Dass manche Eltern jeden Tag auf ihrem Blog posten, was sie vorhaben oder was das Kind macht, kann Nicole Hansen nicht nachvollziehen. "Das finde ich viel zu privat und teilweise auch verantwortungslos."

Mit ihrem Blog möchte sie andere Eltern stärken, etwas Positives vermitteln und ihnen für den Alltag Kraft geben, vor allem gegen Intoleranz. "Es gibt immer noch Eltern, die glauben, ihr 'normales' Kind könnte sich in einer Integrationsgruppe bei den anderen Kindern anstecken", berichtet sie kopfschüttelnd.

Auf ihren Blog gab es bis jetzt ausschließlich positive Reaktionen, bei Facebook hat sie bereits 500 Likes bekommen - dafür, dass sie mit Herzblut vermittelt, dass das Besondere verdient, als normal akzeptiert zu werden.