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Wuff! Keine Klage gegen Bell-Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts

Hasso, Bello und Co. kommen angesichts einer Gerichtentscheidung zum Bellen ins Hecheln (Foto: Liebisch/pixelio)
tk. Neu Wulmstorf. Der Klügere gibt nach: Dieser Spruch trifft auf den Hundehalter zu, dessen Schäferhunde den Anlass zu einer kuriosen Entscheidung der Gemeinde Neu Wulmstorf und des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Lüneburg lieferten. Sonn- und Feiertag sowie nach 22 Uhr muss Bell-Verbot herrschen, hatte die Kommune angeordnet. Dagegen hatte der Hundehalter Beschwerde eingelegt, war aber vor dem OVG abgeblitzt (das WOCHENBLATT berichtete).
"Ich ziehe meine Klage zurück", sagt der Mann, der seit 1963 Schäferhunde hält und früher auch gezüchtet hat. Der Grund ist einfsch wie überzeugend: Er hat nur noch zwei Hunde. Und die bellen nur dann, wess es aus Hundesicht einen vernünftigen Grund fürs Lautgeben gibt.
Einige Dinge will der Hundehalter aber gerade rücken. So seien es keine sechs, sondern fünf Schäferhunde gewesen, die er zeitweise auf seinem weitläufigen Grundstück gehalten hat. Neben den Elterntieren drei Welpen beziehungsweise Junghunde. Dass er die nicht sofort weggegeben hat, liegt vor allem daran, dass der Mann verantwortungsvoll mit seinen Tieren umgeht. "Sie glauben nicht, was sich für Interessenten mit Lügengeschichten melden." Statt großem garten und Eigenheim fand er beim Ortstermin zum Beispiel eine Wohnung im sechsten Stock. "Wer mich so dreist anlügt, bekommt von mir garantiert keinen Hund", sagt er. So habe es eben gedauert, bis alle drei Junghunde in gutes Zuhause gefunden hätten.
Ein kleine Prise Nachbarschaftsstress könnte ebenfalls eine Rolle gespielt haben. Wer vor dem Tor auf und ab geht, provoziert, dass die Hudne anschlagen. Mit einer Unterschriftenliste haben Nachbarn zumindest erreicht, dass die Gemeinde das Bell-Verbot angeordnet hat. Beim genaueren Nachdenken darüber, stellt sich nicht nur für den Schäferhund-Besitzer die Frage: wussten die, was sie tun? Denn: Fast jeder hat auf seinen weitläufigen Grundstücken Hunde. Manche auch mehr als einen. Und die tun das, was Hunde mitunter tun: bellen. "Gleiches Recht für alle", sagt der Tierhalter. Der jetzt ebenfalls Bell-Protokoll führen könnte. Übrigens: Beim Besuch haben die beiden Schäferhunde einmal gebellt: Als der WOCHENBLATT-Redakteur vor dem Tor stand.

Den ersten Artikel zur Bell-Entscheidung lesen Sie hier