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Zu teuer: Gemeinde bläst Trip zur Gartenschau ab

Noch herrscht auf dem Gelände der Gartenschau meistens gähnende Leere. Die Besucherzahlen bleiben hinter den Erwartungen zurück (Foto: IGS/Andreas Bock)
bc. Neu Wulmstorf. Wucher Internationale Gartenschau! Weil die Eintrittspreise zu teuer sind, hat Neu Wulmstorfs Bürgermeister Wolf Rosenzweig die Seniorenausfahrt zum Blumenmeer in Wilhelmsburg abgeblasen. "Den Besuch bei der IGS können wir uns nicht leisten", sagt der Rathauschef.

Hintergrund: Seit 1970 bietet die Gemeinde an Hamburgs Peripherie jährlich gesponserte Ausflüge für ältere Mitbürger an. Im vergangenen Jahr freuten sich 679 Ü70-Rentner über den Trip zum Schloss Bleckede. Nur fünf Euro betrug ihr Unkostenbeitrag. Den Rest - inklusive Eintritt, Busfahrt, Kaffee und Kuchen - gab die Gemeinde dazu. Insgesamt verschickte die Verwaltung 3.141 Einladungen.

In diesem Jahr war es der große Wunsch des gebürtigen Wilhelmsburgers Rosenzweig, die Senioren zu einem Ausflug zur IGS einzuladen. Doch daraus wird nun nichts. Der Bürgermeister schreibt in seiner Einladung an die Senioren: "Anders als angekündigt ist es uns leider nicht möglich, die Internationale Gartenschau Hamburg zu besuchen, da die Eintrittspreise erheblich über unserem Budget liegen...."

21 Euro kosten das IGS-Tagesticket für Erwachsene, eine Gruppenkarte ab 20 Personen 19 Euro, der Gemeinde Neu Wulmstorf wurde ein rabattierter Preis von 18,27 Euro angeboten. Eine Ermäßigung für Rentner gibt es nicht. 19.000 Euro hält die Gemeinde im Haushalt für die Seniorenfahrt bereit. Üblicherweise nehmen rund 700 Interessierte daran teil - macht unterm Strich etwas mehr als 27 Euro Budget pro Senior. Rosenzweig: "Da sind die IGS-Preise einfach nicht drin."

Offensichtlich werden nicht nur Menschen in Neu Wulmstorf von einem Besuch der Gartenschau abgeschreckt. Die bisherige Bilanz liest sich dürftig. Seit Eröffnung kamen erst 100.000 Gäste, etwa 6.000 pro Tag. Ein IGS-Sprecher verweist auf das schlechte Wetter als Grund für die ausbleibenden Gäste. Die IGS-Geschäftsführung kalkuliert mit rund 2,5 Mio. Besuchern bis Oktober. Die Eintrittspreise senken will sie trotzdem nicht.

Rosenzweig wird sich nun im Sommer privat die IGS anschauen. Mit den Senioren fährt er stattdessen ins günstigere Hamburger Auswanderermuseum "Ballinstadt".