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Durchbruch für Famila in Neu Wulmstorf

Die Planungen für Famila auf dem ehemaligen Möbel-Meyn-Gelände in Neu Wulmstorf werden von der Politik jetzt gemeinsam angeschoben

Politik spricht sich geschlossen für Ansiedlung des Verbrauchermarktes aus

ab. Neu Wulmstorf. Daumen hoch für einen „schlanken“ Famila: Das Thema, das die Politik seit Jahren bewegt, scheint voranzukommen. Auf der jüngsten Sitzung des Neu Wulmstorfer Bau-, Planungs- und Umweltausschusses signalisierten die Mitglieder einstimmig, dass sie den Bau des Vollsortimenters anschieben wollen. Zuvor hatte Stadtplaner Christian Evers vom Hamburger Büro Evers & Küssner eine neue Variante vorgelegt.
Nach zweimaligem Abspecken - erst stand eine Größe von 3.500 Quadratmetern Verkaufsfläche zur Diskussion, anschließend 700 Quadratmeter weniger - hat sich der Nahversorger nun auf 2.430 Quadratmeter verschlankt.

Die zeitintensive Planungsphase hat sich positiv auf das Vorhaben ausgewirkt: Dank einer Novellierung im Landesraumordnungsprogramm hat Famila in der schlanken Version gute Chancen.

Wie berichtet, hatte die Gemeinde ein Zentrenkonzept erarbeitet und eine Ansiedlung des Nahversorgungszentrums an der Matthias-Claudius-Straße für gut befunden. Die regionale Raumbehörde des Landkreises Harburg sah das anders: Famila sei an diesem Standort nicht in den Ortskern integriert. Es gebe jedoch eine Ausnahmegenehmigung: wenn die Gemeinde nachweise, dass der Nahversorger im Ortskern nicht realisiert werden könne. Nach eingehenden Prüfungen bestätigten die Gutachter der Firma Lademann und Partner, das keine Fläche im Ortskern zur Verfügung stehe.

Außerdem muss das Warenangebot auf 90 Prozent der Fläche aus Lebensmitteln bestehen. Die verbleibenden zehn Prozent können auf Kleidung, Spielzeug, technische Geräte und Ähnliches entfallen.

Hauke Witt von der Unternehmensgruppe Bartels-Langness, zu der Famila gehört, sieht in einer schmaleren Famila-Version keine Probleme: „In Größe und Sortiment sind wir sehr flexibel. Wir beginnen bei einer Verkaufsfläche von 2.200 Quadratmetern“, sagte er, „und wir können uns das Sortiment selbst zusammenzustellen.“

Die Politik beschäftigt sich schon lange mit der brach liegenden Fläche am Neu Wulmstorfs Ortseingang. Als vor drei Jahren die Famila-Ansiedlung erstmals zur Sprache kam, hatte das für Spannung unter den Politikern gesorgt. Während die einen den Zuzug befürworteten und ihn als Gewinn für die Gemeinde sahen, befürchteten die anderen einen Abfluss der Kaufkraft aus der Bahnhofstraße, wo sich ein Großteil der Neu Wulmstorfer Geschäfte befindet.

Auch der in Elstorf ansässige Edeka-Markt sei beeinträchtigt, vielleicht sogar gefährdet, hieß es damals. Doch dieser sei für viele ältere Bürger eine wichtige Versorgungsquelle. Bedenken, die CDU-Fraktionsmitglied Peter Hauschild jetzt erneut äußerte.

Doch Halina Gebert von Lademann und Partner reagierte gelassen: „Die Angst kann ich Ihnen nehmen“, beruhigte sie. Nach Prognosen der Gutachter liege der Kaufkraftabfluss bei 3,5 Prozent. Ein Abfluss mache sich erst ab fünf Prozent leicht bemerkbar, so Gebert.

In Kürze werden die Änderungen der Bebauungs- und Flächennutzungspläne - noch darf sich auf der Fläche nur ein Möbelsortimenter ansiedeln - erneut öffentlich ausgelegt. Fachbereichsleiter Thomas Saunus: „Nach dem jetzigen Stand können wir das Verfahren noch in diesem Jahr abschließen.“