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Elstorf: "Wir geben nicht auf"

Setzen sich für einen gemäßigten Verkehrsfluss in ihrem Ort ein (v. li.): Autohaus-Geschäftsführer Mirco Meyer, der frühere Ortsvorsteher und jetzige Ratsherr Peter Hauschild und Anwohner Joachim Eggers

Vorschläge zur Verkehrsberuhigung der B3 in Elstorf abgelehnt / Lichtblick: Displays und neues Gesetz

ab. Neu Wulmstorf. Der Verkehr in Elstorf - ein Dauerthema: So manches Mal hatte Mirco Meyer schon das Telefon in der Hand, wenn er durch die breite Glasfront seines Autohauses die B3 beobachtete. „Ich blicke direkt auf das Ortsschild. Es ist kaum zu glauben, wie viele Autofahrer es riskieren und noch innerhalb der Ortschaft überholen“, sagt er gegenüber dem WOCHENBLATT. Geschwindigkeiten im
dreistelligen Bereich seien keine Seltenheit, vermutet er.

Anwohner Joachim Eggers setzt sich seit den 1990er-Jahren für einen gemäßigten Verkehrsfluss in Elstorf ein. „Bei uns gibt es im Ort genau eine Ampelanlage“, stellt er fest. „Wenn sich aber ein großer Verbrauchermarkt im Ortskern niederlässt, sind die Installierungen von Ampeln gar kein Problem.“

Für die verkehrsgeplagten Anwohner in Elstorf gibt es jetzt einen kleinen Lichtblick: Die Mitglieder des Ausschusses für Verkehr und Ordnung sprachen sich kürzlich einstimmig für die Anschaffung zweier Dialogdisplays aus. Platziert werden sollen sie am nördlichen Ortseingang Elstorfs.

Ex-Ortsvorsteher und Ratsherr Peter Hauschild, der ebenfalls ins Elstorf lebt, begrüßt den Beschluss „Diese Displays sind ein erster Schritt, doch damit geben wir uns noch nicht zufrieden“, sagt der CDU-Mann. „Ich verfolge das Thema Verkehr schon sehr lange und habe mir in den vergangenen Jahren viele Ohrfeigen geholt.“
Zwei Poliscan-Säulen zur Geschwindigkeitsmessung in der Ortsmitte wurden erst nach einem schweren Unfall installiert. Um jede weitere Maßnahme muss hart gekämpft werden, wie beispielsweise die Querungshilfe auf der B3: Acht Jahre habe es gedauert, bis sie gebaut wurde, weiß Peter Hauschild. Die B3 biete in Elstorf eben keinen Unfallschwerpunkt.

Ob Kreisel, Tempo 40 innerhalb Elstorfs oder das Aufstellen einer Schlafampel: Bisher wurden alle Vorschläge zur Verkehrsregulierung, die die Gemeinde den Verkehrsbehörden bisher unterbreiteten, abgelehnt. Nun sollen die neuen Displays nicht nur dafür sorgen, dass Fahrzeugführer vom Gas gehen - sie sollen auch wichtige Daten über Geschwindigkeiten liefern. „Mit diesen Daten könnten“, so Hauschild, „neue Forderungen untermauern.“

Des Weiteren könnte jetzt ein neues Gesetz bei einem Antrag auf ein Tempolimit helfen: Vor Schulen, Kindergärten und Seniorenheimen, die an Hauptverkehrsstraßen liegen, soll künftig Tempo 40 eingeführt werden. Die Gemeinde will nun, nachdem ein Tempolimit innerorts bereits abgelehnt wurde, auf der B3 zwischen der Schützenstraße und Schwarzenberg erneut Tempo 30 beantragen.