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"famila" in Neu Wulmstorf: "Chance wurde vertan"

SPD-Fraktionschef Tobias Handtke ist enttäuscht, dass eine mögliche "famila"-Ansiedlung mehrheitlich von der Politik vertagt wurde (Foto: oh)
bc. Neu Wulmstorf. Für alle Seiten überraschend nahm der Neu Wulmstorfer Gemeinderat das Thema "famila-Ansiedlung" in seiner jüngsten Sitzung von der Tagesordnung (das WOCHENBLATT berichtete). Auf Antrag der CDU und unerwarteter Weise mit den Stimmen der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) wurde die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens vertagt, bis das Zukunftskonzept "Neu Wulmstorf 2025" fertig ist. Entgegen dem eigenen Stimmverhalten im Bauausschuss votierte die UWG für eine Absetzung von der Agenda. Grüne und FDP/Die Linke enthielten sich der Stimme.

Bekanntlich muss der B-Plan geändert werden, damit "famila" sein Vorhaben umsetzen kann, auf dem früheren "Möbel Meyn"-Grundstück an der B73 ein SB-Warenhaus zu errichten. Die SPD kritisiert die Entscheidung des Rates: "Mit einem einfachen Verschleppen ist keinem geholfen", sagt Fraktionschef Tobias Handtke. Eine Chance sei vertan worden. Jetzt werde wohl erst im Herbst 2014 das nächste Mal über "famila" beraten.

Handtke zeigt sich enttäuscht, dass der Gemeinde wertvolle Zeit verloren gehe. In zehn Monaten hätte Neu Wulmstorf bereits eine weitaus solidere Entscheidungsgrundlage durch ein B-Plan-Verfahren haben können. "Wir hätten durch den Aufstellungsbeschluss unabhängige Gutachten erhalten", so Handtke.

Die CDU will ihren Antrag auf Absetzung nicht so verstanden wissen, nun die Hände in den Schoß zu legen. "Stattdessen sollte man die Zeit nutzen", sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Malte Kanebley. Die Verwaltung sollte sehr wohl Gutachten einholen, wie sich eine "famila"-Ansiedlung auf den Einzelhandel an der Bahnhofstraße auswirke und wie die komplizierte Verkehrsanbindung über die B73 geregelt werden könne. Aber warum dann kein B-Plan-Verfahren, in dem genau diese Punkte auf den Tisch gekommen wären?

Die Eröffnung eines teuren Verfahrens und der Abschluss eines städtebaulichen Vertrags seien zum jetzigen Zeitpunkt ziemlich starke Willensbekundungen für einen "famila"-Standort auf dem Meyn-Gelände, so Kanebley: "Das finden wir unredlich, bevor nicht das Zukunftskonzept fertig ist."

"famila"-Geschäftsführer Christian Lahrtz verliert auf WOCHENBLATT-Nachfrage noch nicht die Geduld: "Wir lassen uns nicht entmutigen, weil wir von unserem Konzept überzeugt sind."