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Keine Flüchtlinge hinter dem Friedhof

Wann sich Pastorin und Bürgermeister zu einem Gespräch treffen, ist nicht bekannt

St. Nicolai-Kirchengemeinde Elstorf will Ortskern-Fläche nicht zur Verfügung stellen

Befremdet zeigte sich Neu Wulmstorfs Bürgermeister Wolf Rosenzweig auf der jüngsten Ratssitzung, als er aus einem Brief der St. Nicolai-Kirche Elstorf zitierte, die sich darin gegen eine Unterbringung der Flüchtlinge auf dem Friedhofserweiterungsgelände in Kirchennähe aussprach mit den Worten: „Gegen Flüchtlinge haben wir nichts, aber nicht bei uns.“

Die Kirchengemeinde bezieht sich in ihrem Brief auf ein kircheneigenes Gelände, das sich im Dorfkern hinter dem Friedhof an der Mühlenstraße befindet und für die Flüchtlingsunterbringung geeignet wäre. Konkrete Pläne gibt es aber noch nicht. Das berge Konfliktpotenzial und hätte schon zu Unruhe bei Anliegern geführt, äußerte sich Pastorin Ruth Stalmann-Wendt gegenüber der Tagespresse.

Auf WOCHENBLATT-Nachfrage, wie es bereits zu Kritik von Anwohnern habe kommen können, erklärte die Pastorin, sie wisse nicht, wie das Thema in Elstorf bekannt geworden sei. Sie wolle sich telefonisch nicht weiter zum Sachverhalt äußern. Es stehe demnächst ein Gespräch mit dem Rathauschef an, doch auch darauf wollte die Pastorin nicht näher eingehen.

In einer schriftlichen Stellungnahme teilte sie der WOCHENBLATT-Redaktion mit, dass es Ende September eine Voranfrage zur Container-Aufstellung hinter dem Friedhofsparkplatz gegeben habe. Es sei um mobile Unterkünfte für mehr als 100 Flüchtlinge gegangen. Der Kirchenvorstand habe darüber beraten. „Wir halten das Gelände für die Errichtung von Containern in dieser Größenordnung für nicht geeignet“, so die Pastorin in ihrer Stellungnahme. Grundsätzlich sei es für den Kirchenvorstand der Nicolai-Kirchengemeinde selbstverständlich, Flüchtlinge aufzunehmen. Die Kirchengemeinde sei gerne bereit, ein anderes Gelände zur Verfügung zu stellen, sollte die Kommune daran Interesse bekunden.

Ob eine von der Kirche vorgeschlagene Fläche weiter südlich nahe des Sportplatzes des TSV Elstorf eine sinnvolle Alternative sei, steht für Bürgermeister Rosenzweig noch gar nicht zur Debatte. „Es wurde eine Liste von Flächen aufgestellt, doch bis heute ist davon noch keine konkret ins Auge gefasst worden“, so Rosenzweig. Abgesehen von dem Inhalt des Briefes, den er befremdlich findet, hält Rosenzweig das Schreiben selbst für vorauseilenden Aktionismus. Der Bürgermeister betont aber, dass er erfreut über die vielen positiven Aktionen und die Hilfsbereitschaft der Neu Wulmstorfer sei.