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Neu Wulmstorf: Das Haushaltsloch wird aus den Rücklagen gestopft

Das Haushaltssäckel der Gemeinde Neu Wulmstorf weist im Jahr 2017 ein Millionendefizit auf

ab. Neu Wulmstorf. Im diesjährigen Haushalt der Neu Wulmstorfer Gemeinde stehen 1.032.461 Euro im Minus. „Dieses Defizit werden wir mit Hilfe unserer Rücklagen ausgleichen“, sagte Bürgermeister Wolf-Egbert Rosenzweig auf dem diesjährigen Neujahrsempfang. Dennoch: Das Minus sorgt bei Neu Wulmstorfers Kämmerer Jörg Schröder für Unruhe. „Wir müssten jetzt schon reagieren, da auch die Folgejahre defizitär sind“, fordert er und fügt hinzu: „Das treibt mich um.“

Den Erträgen von 33.091.188 Euro stehen Aufwendungen von 34.123.649 Euro gegenüber. Wie das Defizit zustande kam? Schröder: „Aufgrund unserer höheren Steuerkraft mussten wir an den Landkreis mehr abführen als erwartet.“ Zwar gebe es Überschüsse, die zum Ausgleich des Defizits verwendet werden, aber, vermutet der Kämmerer, „wir müssen uns wohl von der Kommunalaufsicht die Frage gefallen lassen, wie wir zukünftig mit unserem Geld auskommen wollen.“

Aus der Überschussrücklage von acht Millionen ließen sich auch die Defizite der Folgejahre ausgleichen, ein Problem sieht Jörg Schröder trotzdem: „Wir können nicht unbedingt darstellen, dass wir mit eigenen Mitteln auskommen.“ Heißt: Sollte für zukünftige Investitionen ein Kredit erforderlich sein, sei eine zusätzliche Belastung des Haushaltes durch Kreditzinsen problematisch und würde von der Kommunalaufsicht wohl nicht genehmigt werden.

Große Projekte wie das Parkhaus und das Familienzentrum seien zwar durchfinanziert, doch auch die laufenden Ausgaben belasteten den Haushalt. Und auf der Agenda 2017 der Gemeinde stünden bereits neue Vorhaben.
„Für dieses Jahr haben wir einige Maßnahmen vor der Brust“, erläutert Schröder, „beispielsweise den Anbau an der Kita ,Kleiner Tiger‘ in Elstorf.“ Dieser schlage mit 600.000 Euro zu Buche. Des Weiteren könnte die Gemeinde vom Landkreis für den Ausbau der Oberschule in die Pflicht genommen werden. „Dann müssten wir vier Millionen Euro vorschießen.“ Ob es tatsächlich dazu kommt, stehe aber noch im Raum.

So, wie der Haushalt für dieses und die Folgejahre aussehe, würde die Rücklage sogar über die Finanzplanung hinaus reichen, da die Gemeinde damit ihre Defizite ausgleichen könnte. Schröder: „Dann würden wir aber dauerhaft von der Reserve leben und darauf wird die Kommunalaufsicht garantiert ein Auge haben.“