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Neu Wulmstorf: Schüler fühlten Politikern "auf den Zahn"

350 Schüler verfolgten die Podiumsdiskussion im Forum des Gymnasiums
 
Die sechs Bundestagskandidaten mit Schülern der Politik-AG (v. li.): Michael Grosse-Brömer (CDU), Michelle Becker und Lasse Petersen (Politik-AG), Nadja Weippert (Grüne), Wolfgang Knobel (FDP), Max Wilhelm (Politik-AG), Joachim Kotteck (Die Linke), Svenja Stadler (SPD), Roderik Pfreundschuh (AfD) und Peter Eckhardt (Politik-AG)

Podiumsdiskussion mit Bundestagskandidaten und Schülern am Gymnasium Neu Wulmstorf


ab. Neu Wulmstorf. ab. Neu Wulmstorf. Arbeitsmarkt, Außenpolitik und Flüchtlingspolitik - diese drei Themen standen bei einer Podiumsdiskussion am Dienstag im Gymnasium Neu Wulmstorf auf der Tagesordnung. Die Politik-AG der Schule hatte anlässlich der Bundestagswahlen am 24. September die Direktkandidaten aus dem Wahlkreis 36 (Landkreis Harburg) eingeladen. Sechs von sieben Kandidaten erschienen. In manchem waren sich die Politiker überraschend einig, beispielsweise darin, dass ein Beitritt der Türkei in die EU derzeit unvorstellbar sei.

350 wissbegierige Zehnt-, Elft- und Zwölftklässler fühlten ihren Gästen in der Aula auf den Zahn. Mit dabei waren der parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Grosse-Brömer aus Brackel, die Bundestagsabgeordnete Svenja Stadler (SPD) aus Seevetal, Vize-Bürgermeisterin Nadja Weippert (Bündnis 90/Grüne) aus Tostedt, der FDP-Ortsvereinsvorsitzende Wolfgang Knobel aus der Elbmarsch, Diplom-Sozial-Ökonom Joachim Kotteck (Die Linke) aus Seevetal sowie Rechtsanwalt Roderik Pfreundschuh (AfD) aus Winsen.

Thema Arbeitsmarkt: Während Michael Grosse-Brömer die Lage positiv beurteilte, sprach Svenja Stadler Schwächen deutlich an, z.B. befristete oder Kurzzeitverträge. Ähnlich äußerte sich Nadja Weippert, die sich gegen Teilzeit- und 450-Euro-Jobs aussprach: „Frauen müssen endlich für ihre Arbeit entlohnt werden wie Männer“, forderte sie.
Einig waren sich die Politiker beim Thema Außenpolitik. Die Türkei sei angesichts der aktuellen Lage kein EU-Beitrittskandidat. Svenja Stadler mahnte an, man müsse trotzdem im Dialog bleiben und der Opposition dort den Rücken stärken.

Wie das Verhältnis zu Amerika sei, fragten die Schüler gezielt bei der AfD nach. Hintergrund: Viele Mitglieder der AfD hätten seinerzeit die Wahl Trumps zum Präsidenten begrüßt. Roderik Pfreundschuh dazu: „Ein Super-GAU. Da denkt man, jetzt kommt ein konservativer Mensch und dann ist das ein Verrückter.“ Die USA sei für Deutschland ein wichtiger Partner und Hauptverbündeter. Frau Merkel macht das ganz gut“, bemerkte Wolfgang Knobel.

Dem stimmte Michael Grosse-Brömer zu: „Die Kanzlerin fordert diplomatisch Werte ein, die Trump gerade mit Füßen tritt.“ Svenja Stadler: „Wichtig ist es zu deeskalieren und im Gespräch zu bleiben. Aber wir müssen dagegenhalten, wenn wir als Nazis oder Faschisten bezeichnet werden.“

Zur Flüchtlingspolitik fragten die Schüler, wie gelungene Integration funktioniere. Integration funktioniere nur bei einer begrenzten Menge Flüchtlinge, sagte Roderik Pfreundschuh und sprach sich deutlich dafür aus, die Grenzen „dichtzumachen“. „Da krieg ich einen Hals wie eine Kobra“, erboste sich Svenja Stadler. Deutschland sei ein reiches Land. Sie fordert ein Einwanderungsgesetz.
„Menschen, die bei uns bleiben wollen, sind herzlich willkommen, müssen aber die Sprache lernen und sich anpassen“, meinte Grosse-Brömer. Fördern und fordern sei das Motto für eine gelungene Integration.

Am Ende forderten die beiden moderierenden Schüler Max Wilhelm und Lasse Petersen das Publikum auf: „Egal, für welche Partei ihr euch entscheidet - geht wählen!“