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Neu Wulmstorf: Was wird aus dem "Grünem Warenhaus"?

Seit mehr als 100 Jahren hat das "Grüne Warenhaus" seinen Firmensitz an der Bahnlinie in Neu Wulmstorf
bc. Neu Wulmstorf. Das "Grüne Warenhaus", ein Fachmarkt für Haus und Garten, besteht seit mehr als 100 Jahren an der Bahn in Neu Wulmstorf. Über die Zukunft des Traditionsunternehmens stritten jetzt die Politiker im Bauausschuss.
Falls der Gemeinderat der Umwandlung des Firmengrundstücks in ein Gewerbegebiet nicht zustimmt, muss sich Geschäftsinhaber Hermann Siems ein neues Grundstück für sein alteingesessenes Unternehmen suchen: "Ich bin völlig überrascht von der Entwicklung. Soll ich meine Türen etwa abschließen? Ich möchte doch in Neu Wulmstorf bleiben. Ich begreife das nicht", klagt er auf WOCHENBLATT-Anfrage.
Was steckt dahinter?

Für den Bau des neuen Neu Wulmstorfer Bahnhofs verkaufte Siems 2006 einen Teil seines Grundstücks an die Gemeinde. In dem Zuge wandelte die Gemeinde das Stück Land, auf dem das "Grüne Warenhaus" seinen Firmensitz hat, zwischen Busbahnhof, Bahntrasse, Wohngebiet "Kurt-Schumacher-Straße" und Liliencronstraße im Bebauungsplan in Verkehrsgrünland um. Bedeutet: Gewerbe ist an dieser Stelle nicht mehr möglich.

Bürgermeister Wolf Rosenzweig (SPD) dazu: "Das Warenhaus hat uns damals signalisiert, umziehen zu wollen." Inzwischen hat sich Siems aber offenbar umentschieden. Bei der Gemeinde hat er beantragt, den als "Verkehrsgrün" festgesetzten B-Plan in ein Gewerbegebiet zu verändern. Die Verwaltung schlägt vor, Siems Antrag stattzugeben. Die SPD lehnt das strikt ab.

Den Bewohnern an der Kurt-Schumacher-Straße ein Gewerbegebiet vor der Tür zuzumuten, sei schon etwas Besonderes, findet SPD-Ortsvereinschef Thomas Grambow. Ohnehin werde es Probleme mit der Kreisaufsicht geben, ein Gewerbegebiet neben einem Wohngebiet auszuweisen
Trotzdem sei ihm ein Fortbestehen des "Grünen Warenhauses" in der Gemeinde wichtig, so Grambow: "Aber eben nicht an dieser Stelle und mit den damit verbundenen Belastungen." Die Lagerhallen des Warenhaus genießen Bestandsschutz, sein Geschäft müsste er aber von woanders betreiben, sagt der SPD-Chef. "Man stelle sich nur vor, wir weisen jetzt ein Gewerbegebiet aus, dann überlegt sich das Warenhaus doch noch umziehen und wir wissen nicht, wer sich dort ansiedelt."

CDU und FDP bewerten die Lage anders. "Wir können den Gewerbebetrieb doch nicht verscheuchen. Da hängt ja auch eine Existenz dran", sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Malte Kanebley. Ohnehin genießen die Hallen Bestandsschutz.

Auch der SPD-Bürgermeister Rosenzweig äußert sich anders als seine Parteigenossen: "Der Betrieb ist hier verwurzelt. Er passt da schon hin."

CDU und Grüne meldeten Beratungsbedarf im Bauausschuss an. Eine Entscheidung über die Zukunft des "Grünen Warenhauses" ist vertagt. Die SPD will demnächst eine öffentliche Anwohnerversammlung zu dem Thema durchführen.