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Neuer Straßenname: Bloß keine peinliche Diskussion

Bürgermeister Wolf Rosenzweig (SPD): "Ich finde es vernünftig, wenn jetzt nach einem breiten Konsens gesucht wird. Am besten ohne Streit." (Foto: oh)
bc. Neu Wulmstorf. Die Bauarbeiten haben begonnen, jetzt fehlt noch ein Name für die Ringstraße im Neu Wulmstorfer Neubaugebiet "Elbblick". Die Benennung sollte eigentlich geräuschlos über die Bühne gehen - zu sensibel ist das Thema. Nun wird doch öffentlich diskutiert.

Soll die Straße nach Alt-Bürgermeister Heinz Wanke, Mitbegründer des CDU-Ortsverbandes, benannt werden? So wie es die Christdemokraten vorschlagen. Oder lieber nach Gerhard Bachmann, 2007 verstorbener ehemaliger SPD-Bürgermeister? So wie es ein SPD-Antrag vorsieht. Oder macht am Ende doch ein Vorschlag der Verwaltung das Rennen. Das Rathaus brachte die Namen "Am Heuweg", "Nachtweide", "Heuweide", "Elbweide" und "Neuer Elbblick" aufs Tapet.

„Es ist gute Tradition, dass Straßen nach besonderen Persönlichkeiten benannt werden“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Malte Kanebley. Allein die Tatsache, dass Heinz Wanke Ehrenbürger sei, beschreibe umfassend, dass er sich dieses Privileg mehr als verdient habe, so Kanebley. "Wir sind davon ausgegangen, dass unser Antrag eine breite Mehrheit findet."

Die SPD hat jedoch andere Pläne. Es sei zwar gute Tradition in Neu Wulmstorf, Straßen nach ehemaligen Bürgermeistern zu benennen. Allerdings mit der Einschränkung, dass sie nicht mehr leben. "Persönlichkeiten zu Lebzeiten ein Denkmal zu setzen, halten wir für nicht richtig", so SPD-Fraktionschef Tobias Handtke. Zudem sei eine Umbenennung in den "Gerhard-Bachmann-Ring" durchaus sinnvoll, da der letzte ehrenamtliche Bürgermeister der Gemeinde früher in der Nähe im Pappelweg gewohnt habe, so Handtke.

Interfraktionell wollen die beiden großen Parteien das weitere Vorgehen nun klären. Auf dem kurzen Dienstweg. Noch vor dem Bauausschuss am heutigen Mittwoch, 19. Juni, (19.30 Uhr, Rathaus) soll die Entscheidung hinter den Kulissen gefallen sein, um sie dann in der Sitzung kundzutun. Eine peinliche öffentliche Diskussion will man sich ersparen, schon gar eine Kampfabstimmung im Gemeinderat. Bürgermeister Wolf Rosenzweig (SPD) kann das Vorgehen nur begrüßen: "Ich finde es vernünftig, wenn jetzt nach einem breiten Konsens gesucht wird. Am besten ohne Streit."

• Noch eine Straßennamendiskussion: Nach eingehender Beratung mit dem Ortsvorsteher sollte eine neue Straße in Rade "Am alten Transformator" heißen. Die Politik war mit dem Vorschlag nicht zufrieden. Zu sperrig. Jetzt wird nach einem neuen Namen gesucht.