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Niederlage für Neu Wulmstorfer Kleingärtner vor Gericht

bc. Neu Wulmstorf. Nächstes Kapitel im Streit zwischen den Neu Wulmstorfer Kleingärtnern und den Behörden: Wie berichtet, urteilte das Verwaltungsgericht Lüneburg im vergangenen Jahr, die Abrissverfügung des Landkreises Harburg sei umzusetzen. Die Parzellen-Eigentümer sollen ihre grünen Domizile nördlich der Bahnlinie unmittelbar neben dem "Jack Wolfskin"-Lager aufgeben. Die Besitzer gingen in Berufung. Jetzt hat das Oberverwaltungsgericht das Urteil bestätigt. Die Grünanlagen mit Hütten, Teichen und Obstbäumen seien illegal und müssten verschwinden.

Hintergrund: Die Gemeinde Neu Wulmstorf wies 2006 ein Gewerbemischgebiet nördlich der Bahnstrecke aus, inklusive der sieben Kleingärten. Die Eigentümer-Gemeinschaft der Kleingärtner weigert sich seitdem, ihre Grünanlagen zu verlassen. Hinter den Kulissen tobt seit Jahren ein Rechtsstreit. In der jetzigen Urteilsbegründung heißt es: Seit Inkrafttreten des Bebauungsplan Nr. 72 stünden die Kleingärten im Widerspruch zu der Ausweisung als Gewerbegebiet. Die langjährige faktische Duldung der Grün-Anlagen ändere daran nichts.

Neu Wulmstorfs Bürgermeister Wolf Rosenzweig (SPD) versucht seit Jahren, die Kleingärtner per Umlegungsverfahren umzusiedeln, damit nördlich der Bahn weitere Gewerbeimmobilien gebaut werden können. Die Flächen sollen dem Vernehmen nach Logistik-Immobilienentwickler „Prologis“ versprochen worden sein. „Prologis“ hat in dem Gewerbegebiet bereits Hallen für seinen Mieter „Jack Wolfskin“ errichtet.

Das Umlegungsverfahren läuft derzeit noch. "Wir wollen ein gleichwertiges Ersatzgelände und erwarten von der Gemeinde ein faires Angebot", sagt Klaus Kramer, Sprecher der Kleingärtner. Das aktuelle Angebot empfinden sie als das Gegenteil. Die Gemeinde bietet ihnen einen Acker an, der mit 75 Euro pro Quadratmeter mehr Wert sein soll als ihre jetzigen Flächen mit nur 50 Euro pro Quadratmeter. Kramer: "Wenn wir dort hingehen, müssten wir noch etwas dazubezahlen. Das ist nicht fair."