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Ohne Parkplätze kein Anbau?

Eine Standorterweiterung an der Bahnhofstraße 65 in Neu Wulmstorf würde die Rewe-Gruppe begrüßen, allerdings gibt es nur 50 Pkw-Stellflächen (Foto: Grambow)

Die Erweiterung des REWE-Marktes in Neu Wulmstorf scheitert möglicherweise am mangelnden Parkraum


ab. Neu Wulmstorf. Der Rewe-Markt an der Bahnhofstraße 65 möchte sich vergrößern. Im Grundsatz ein Vorhaben, das von Politik und Verwaltung in der Gemeinde unterstützt wird. Das knappe Ergebnis im Bauausschuss zeigte aber, dass man sich nicht einig war: Mit vier zu drei Stimmen entschieden sich die Mitglieder, das Vorhaben weiter anzuschieben.

Rewe-Gebietsleiter Matthias Nienke präsentierte das Projekt im Ratssaal. „Die Ansiedlung von Famila ist ein Thema, Edeka Warncke möchte erweitern - und wir auch“, sagte Nienke. Denn: Von einem leistungsstarken Rewe-Markt sei man an diesem Standort noch entfernt. Um ca. 400 Quadratmeter soll die Fläche, die jetzt bei 1.180 Quadratmetern liegt, wachsen. „Unser Hauptziel ist ein angenehmeres Einkaufserlebnis“, so Nienke. Auch das Sortiment solle umfangreicher werden, da die Nachfrage nach frischen Artikeln, Veganem und Bioprodukten, steige.

Doch wie sich im Laufe der Sitzung herausstellte, gestaltet sich eine Erweiterung kompliziert: Es mangelt an Parkraum. Grund genug für die SPD-Fraktion, das Anliegen nicht zu unterstützen. „Nach dem Stellplatzschlüssel der Baugenehmigungsbehörde wären bei dieser Größe 105 Pkw-Stellplätze erforderlich“, informiert der Ausschussvorsitzende Thomas Grambow (SPD). Nach dem Umbau, dem einige der jetzt vorhandenen Parkplätze geopfert werden müssten, wären es nur noch 50. „Es freut uns, wenn Neu Wulmstorf ein attraktiver Standort ist. Meine Fraktion würde eine Standorterweiterung begrüßen“, so Grambow, „aber Ihr Weg ist nicht möglich.“ Aus Parkplatznot unrechtmäßig parkende Autos könnten den Verkehrsfluss der Bahnhofstraße behindern.

Auch Verkehrsexperte Dr. Michael Großmann vom Ingenieursbüro SBI konnte Grambow mit seinen Zahlen nicht überzeugen. Eine Analyse hatte ergeben, dass es bis zu 850 Parkvorgänge pro Tage gibt, jedoch doppelt so viele Kunden. „Viele Kunden kommen zu Fuß oder per Fahrrad“, so Großmann. Die überwiegende Parkdauer wäre 14 bis 18 Minuten lang. Großmann sah in dem Umbau-Projekt kein Problem.
„Ich bin einigermaßen überrascht“, äußerte sich Malte Kanebley (CDU). „Für meine Fraktion stellt sich das anders dar.“ Parkplatzsuchende Kunden seien seiner Meinung nach ein Problem des Markt-Betreibers. „Wenn es baurechtlich möglich ist, sind wir mit einer Erweiterung einverstanden. Sollten die Leute tatsächlich vor dem Geschäft parken, muss die Kommune einschreiten.“
Abschließend stellte Nienke fest: „Sollte Edeka erweitern und Famila kommen, werden wir bei Rewe mit unserem derzeitigen Angebot an diesem Standort wahrscheinlich einen niedrigeren Kundenzulauf haben.“