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Politik in Neu Wulmstorf sagt: Das Schutzgebiet bleibt!

SPD-Ortsvereinsvorsitzender Thomas Grambow ist gegen neues Wohnbauland im Neu Wulmstorfer Ortsteil Rade (Foto: archiv)
bc. Neu Wulmstorf. Wo dürfen Bauherrn überhaupt noch neue Wohnhäuser in der Gemeinde Neu Wulmstorf errichten? Mit dieser Frage beschäftigte sich jetzt der Bauausschuss. Wo es nicht geht, beantworteten die Mitglieder schon mal. Mit den Stimmen der SPD lehnen sie eine städtebauliche Entwicklung entlang der „Heidekoppel“ im Ortsteil Rade ab. CDU und UWG sind dafür. Die endgültige Entscheidung trifft der Rat.

Eine Erbengemeinschaft unter Beteiligung eines früheren Ratsherrn hat beantragt, laut Gemeindeverwaltung ca. elf Hektar Land aus dem Geltungsbereich des Landschaftsschutzgebietes Rosengarten-Kiekeberg-Stuvenwald zu entlassen. Ihr Ziel ist es, dort einen Bebauungsplan für eine kleine Siedlung aufstellen zu lassen. Die Verwaltung spricht sich dagegen aus.

In einer Vorlage für die Ausschuss-Mitglieder heißt es: Mit der letzten Novellierung des Baugesetzbuches habe der Gesetzgeber deutlich gemacht, dass Innenentwicklung Vorrang hat vor der Ausweisung neuer Bauflächen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sei es nicht mehr opportun, in den kleineren Ortsteilen neue Bauflächen auszuweisen, zumal in Rade noch Reserven (Alte Dorfstraße) vorhanden sind.

SPD-Ortsvereinsvorsitzender Thomas Grambow dazu: „Bereits 2010 wurde ein solches Ansinnen vom damaligen Gemeinderat abgelehnt.“ Seinerzeit ging es um etwa drei Hektar. An der Haltung der Sozialdemokraten habe sich nichts geändert. Zum Abstimmungsverhalten der SPD passen, so die Meinung Grambows, die in gleicher Sitzung erläuterten Vorgaben des neuen Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) 2025. Darin ist festgelegt: Weitere Siedlungsentwicklungen sind auf die zentralen Gebiete von Neu Wulmstorf und Elstorf/Schwiederstorf zu konzentrieren.

Aus Sicht der Sozialdemokraten ist es sinnvoller, den Platz im südlichen Teil von Elstorf auszunutzen. Dort seien die Grundstücke nur locker bebaut. Die ebenfalls im Bauausschuss diskutierte Änderung des Bebauungsplan „Elstorf-Süd“ wurde auf Wunsch der UWG-Fraktion jedoch verschoben. „Die Verzögerung wird die Planung wohl nicht gefährden“, hofft Grambow. Dann könne endlich das entstehen, was heute fehle: bezahlbarer Wohnraum für junge Erwachsene.

• Außerdem verabschiedete der Ausschuss die Ausbauplanung der Schützenstraße in Elstorf. 2015 soll die Sanierung der Straße von der B3 bis zum Ende der Bebauung beginnen.

• Im neuen RROP-Entwurf, der im kommenden Jahr vom Kreistag beschlossen werden soll, wird Neu Wulmstorf die „mittelzentralörtliche Teilfunktion“ im Handel zugestanden. Das würde die Position der Gemeinde bei künftigen großen Gewerbeansiedlungen stärken. Bislang ist die Gemeinde ein Grundzentrum. Das Land Niedersachsen sieht die Änderung noch kritisch. Die Verwaltung erarbeitet jetzt eine Stellungnahme zum RROP-Entwurf unter Berücksichtigung der Hinweise aus den Fraktionen.