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Radweg versus Wachtelkönig

(Foto: Martin Schulze)

Vogel könnte eine neue Verbindung zwischen Buxtehude und Neu Wulmstorf verhindern

Die gefährdete Vogelart Wachtelkönig könnte einen geplanten Radweg zwischen Neu Wulmstorf und Buxtehude verhindern. Das machte Projektleiter Michael Kießig vom Amt für Regionale Landesentwicklung Lüneburg bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde Neu Wulmstorf deutlich. Die Trasse soll im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens (Neuordnung ländlicher Grundstücke), das mit dem Bau der A26 zusammenhängt, entlang der S-Bahn-Strecke verlaufen.

So, wie der Weg momentan geplant sei, gebe es laut Kießig dafür kein grünes Licht. Das Problem: Der Radweg verläuft teilweise durch das Vogelschutzgebiet "Moore bei Buxtehude". Vor allem der Wachtelkönig sei in diesem Bereich eine besonders schützenswerte Spezies, kam bei einer Umweltverträglichkeitsprüfung heraus. Die hatte die zuständige Planer Kießig in Auftrag gegeben.

Schon bei den Planungen zur A26 hatte der Wachtelkönig dafür gesorgt, dass die Autobahn unter großem Protest der Bürger im Neu Wulmstorfer Ortsteil Rübke näher an das Dorf herangerückt wurde, um die Distanz zu dem scheuen Tier zu vergrößern.
Ungläubiges Kopfschütteln bei den Ausschussmitgliedern: "Machen wir die Gesetze oder der Wachtelkönig?", fragte Malte Kanebley (CDU). Auch Joachim Franke (Grüne) konnte nicht fassen, dass der Bau eines Radweges am Vogel scheitern soll: "Es kann nicht sein, dass sich ein Vogel durch einen Radfahrer gestört fühlt."

Kießig weist hingegen darauf hin, dass bei einer Verträglichkeitsprüfung sämtliche negative Beeinträchtigungen für die Umwelt ausgeschlossen werden müssen.
"Die Belange der Radfahrer müssten höher angesetzt werden als die Belange des Naturschutzes, so wie es beispielsweise beim Bau der A26 der Fall war", so Kießig. Darin sieht er ein unüberwindbares Hindernis: "Nach meiner Einschätzung kommt der Radweg nicht zustande."

Auch der Fachbereichsleiter im Neu Wulmstorfer Rathaus, Thomas Saunus, sieht dem Vorhaben pessimistisch entgegen: "Es ist eine verfahrene Situation, doch wir werden für den Radweg kämpfen."
Bei einem Treffen am "Runden Tisch" am Mittwoch, 4. Februar, wollen Vertreter der Gemeinde Neu Wulmstorf, der Stadt Buxtehude, Vertreter der Naturschutzabteilung und Vertreter der Regionalen Landesentwicklung ein Ausnahmeverfahren besprechen. Dabei wollen sie klären, wie groß die Beeinträchtigung des Wachtelkönigs ist und ob das Gut des Allgemeinwohls nicht über dem des Vogels steht.

• Würde der Radweg gebaut, müssten die Radfahrer künftig nicht mehr an der B73 entlang radeln. Das hatten die Gemeinde Neu Wulmstorf und die Stadt Buxtehude gemeinsam vor Jahren beschlossen. Finanzielle Mittel wollten beide Kommunen beisteuern. Neu Wulmstorf würde in den Haushaltsjahren 2016 bis 2018 pro Jahr ca. 31.000 Euro bereitstellen.