Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Rettungswache wird zum Zankapfel

Die Johanniter-Rettungswache in Elstorf ist zu klein und soll erweitert werden
bc. Elstorf. An- oder Neubau? Die Ansichten zur Erweiterung der Johanniter-Rettungswache in Elstorf driften auseinander. Im Gegensatz zu der von der Gemeinde im Rat vorgestellten Planung, bevorzugt die CDU-Fraktion einen Neubau.

Auf Antrag der Christdemokraten wurde das Thema von der Tagesordnung der jüngsten Ratssitzung genommen. „Der Gemeinderat wurde in das Verfahren nicht eingebunden und soll dann mal eben den Entwurf genehmigen und die Gelder bereitstellen. So geht es nicht“, grollte Fraktionschef Malte Kanebley.

Wie berichtet, ist die Wache zu klein. Der Landkreis Harburg plant einen Anbau an die jetzige Wache. Da Grundstück und Gebäude, in dem auch die Elstorfer Feuerwehr untergebracht ist, der Gemeinde Neu Wulmstorf gehören, erstellt die Kommune den Bau. 260.000 Euro sind dafür 2014 vorgesehen. Der Kreis mietet anschließend die Wache an.

„Der geplante Anbau erfüllt schon jetzt nicht den wirklichen Bedarf“, so Kanebley. Ein kompletter Neubau auf dem gleichen Gelände hat aus Sicht der CDU viele Vorteile. Kanebley: "Man hätte die Möglichkeit, ausreichend Sozialräume, Büros und Schulungsräume für die Johanniter zu schaffen."
Dass die Kosten für einen Neubau ein Vielfaches eines Anbaus betragen, ist der CDU bewusst. "Da aber mit dem Landkreis ein Mietvertrag über 50 Jahre abgeschlossen wird, wäre die Belastung für den laufenden Haushalt sehr gering", so Kanebley.

Sofern dann die derzeitige Rettungswache der Feuerwehr zur Verfügung steht, könnten die vorhandenen Fahrzeuge nach Angaben der CDU endlich ordentlich untergestellt werden.

Dass der Rat "mal eben" einen Entwurf absegnen sollte, verneint Gemeindesprecher Michael Krüger. Die Anbau-Pläne seien der Politik Mitte Januar im Feuerschutz-Ausschuss vorgestellt worden. "Das ist ein übliches Verfahren", so Krüger. Die Gemeinde gehe davon aus, dass der Bedarf der Elstorfer Feuerwehr mit dem beabsichtigten Anbau mittelfristig gedeckt sei.

Problematisch könnte bei einem Neubau auch die Finanzierung werden, wie Kämmerer Jörg Schröder erklärt. Etwa eine Million Euro könnte eine neue Wache kosten, schätzt Schröder. Die Erstattung vom Landkreis bzw. von den Krankenkassen für den Anbau betrage aber nur 260.000 Euro. "Ein Neubau würde die Liquidität und den Ergebnishaushalt der Gemeinde stark belasten", so der Kämmerer. Geld, dass bei geplanten künftigen Großinvestition wie z.B. der P+R-Anlage am Bahnhof fehlen könnte.