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Röttiger-Bebauung: Die Bürger sollen entscheiden

Das 57 Hektar große Gelände der früheren Röttiger-Kaserne: Viel Freiraum ist entstanden, um neue Wohnungen zu bauen
bc. Neu Wulmstorf/Fischbek. Fast alle Gebäude der früheren Röttiger-Kaserne in Hamburg-Fischbek sind dem Erdboden gleichgemacht. Viel Freiraum ist entstanden, um neue Wohnungen zu bauen. An denen mangelt es bekanntlich in der Millionen-Metropole. Klotzige Wohnsilos wollen viele Harburger jedoch unbedingt vermeiden. Ein Bürgerbegehren soll für Klarheit sorgen.

Wie berichtet, sieht ein 2005 von der alten Hamburger CDU-Regierung erarbeiteter Masterplan vor, auf dem Röttiger-Gelände in unmittelbarer Nachbarschaft zur niedersächsischen Gemeinde Neu Wulmstorf rund 480 bis 540 Wohneinheiten zu schaffen - überwiegend Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser.

Die neue SPD-Regierung in Hamburg will aber deutlich mehr Wohnbebauung realisieren: knapp 800 Einheiten inklusive Sozialwohnungen. Die Neu Wulmstorfer CDU befürchtet einen sozialen Brennpunkt vor den Toren der Gemeinde.

Einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens im Bezirk Harburg ist Ralf-Dieter Fischer, CDU-Fraktionschef in der Bezirksversammlung: "In Kürze starten wir mit dem Verteilen der Unterschriftenlisten. Das hängt ein wenig vom Wetter ab." Wenn es schneit, mache es keinen Sinn, Unterschriften zu sammeln, so Fischer.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens, die von der CDU, der FDP und den Grünen unterstützt werden, haben im Wesentlichen drei Forderungen:

• Es dürfen maximal 450 Wohneinheiten entstehen.
• Die Uwe-Seeler-Halle sowie der Sportplatz müssen für den Schul- und Vereinssport erhalten werden. Fischer: "Es macht keinen Sinn, beide Anlagen abzureißen und sich dann zu fragen, wo die neuen Bewohner der Siedlung Sport machen sollen." Die Halle sei derzeit voll ausgelastet, so Fischer. Darüber hinaus gebe es nur einen weiteren Sportplatz in Fischbek.
• Alle noch verbliebenen rund 1.500 Bäume sollen stehen bleiben.

Drei Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung im Bezirk Harburg muss unterschreiben, damit es zu einem Bürgerentscheid kommt. Sechs Monate haben die Initiatoren dazu Zeit. Etwa 3.000 Unterschriften werden benötigt. Die Neu Wulmstorfer CDU will den Nachbarn beim Sammeln helfen: "Wir unterstützen das Vorhaben tatkräftig", sagt Fraktionsvorsitzender Malte Kanebley.

Problem: Noch lehnt die Harburger Verwaltung ein Bürgerbegehren ab. Begründung: Der Senat habe seine Entscheidung bereits getroffen. Fischer will in dem Fall Widerspruch bei der Finanzbehörde einlegen: "Wir sind optimistisch, dass das Bürgerbegehren zugelassen wird. Notfalls vor Gericht."