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Rosenzweig: "Das Geld ist gut ausgegeben"

Die maroden Bungalows, in denen derzeit das Mehrgenerationenhaus "Courage" untergebracht ist, sollen abgerissen werden (Foto: oh)
bc. Neu Wulmstorf. Familienfreundlichkeit hat sich Neu Wulmstorf auf die Fahnen geschrieben. Ein teures Unterfangen, wie im Haushaltsplan 2014 angesichts eines Minus von 852.000 Euro deutlich wird. Die aktuelle Deckungslücke im Gesamtfinanzhaushalt von knapp 4,8 Mio. Euro werde sich aufgrund des weiteren Ausbaus von Kinderbetreuungsangeboten vermutlich noch erhöhen, sagte Bürgermeister Wolf Rosenzweig (SPD) in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Allein die Betriebskosten in den Kinderbetreuungseinrichtungen betragen pro Jahr ca. 3,4 Mio. Euro. "Der Ausbau der Kinderbetreuung trägt wesentlich zu unserem Defizit bei. Das Geld ist dennoch gut ausgegeben", bekräftigte der Rathauschef.

Einstimmig verabschiedete der Rat den Haushalt. Weil die Gemeinde in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet hat, kann sie das Loch mit dem Geld aus ihren Rücklagen ausgleichen. Neue Kredite, um z.B. den 2014 geplanten Bau der Schulsporthalle an der Grundschule an der Heide, die Erweiterung der Rettungswache Elstorf und die Errichtung von Querungshilfen in Mienenbüttel sowie an der Wulmstorfer Straße zu finanzieren, muss Neu Wulmstorf nicht aufnehmen.

Trotzdem warnte Kämmerer Jörg Schröder eindringlich: "Der Haushalt ist sehr angespannt." Es werde ein erheblicher Kraftakt, die bestehene Infrastruktur zu erhalten, so Schröder. Die Pro-Kopf-Verschuldung mit rund 313 Euro läge in Neu Wulmstorf aber immer noch deutlich unter dem Landesdurchschnitt (8.813 Euro).

Insgesamt hat der Neu Wulmstorfer Haushalt ein Ausgabevolumen von etwa 29,5 Mio Euro bei geplanten Einnahmen von 28,6 Mio. Euro. Erst ab 2016 erwartet die Gemeinde, wieder mehr Geld einzunehmen als auszugeben.

Sozialdemokraten und Grüne jubeln unterdessen über ihren Coup mit dem Familienzentrum (das WOCHENBLATT berichtete). Mehrheitlich gegen die Stimmen der CDU segnete der Rat den Neubau mit Kindertagesstätte (1,45 Mio. Euro) und Mehrgenerationenhaus (900.000 Euro) hinter dem Rathaus ab. Die maroden Schulbungalows, in denen sich derzeit das Mehrgenerationenhaus "Courage" befindet, sollen abgerissen werden. Für die Übergangszeit in 2015 und 2016 ist eine Containerlösung für ca. 220.000 Euro auf dem Gelände der Kita "Fuchsbau" geplant.

"Die Kosten für das Provisorium ist die Kröte, die wir schlucken müssen, bedeutet aber für die Eltern ab 2015 eine gesicherte Unterbringung", erklärt Grünen-Fraktionschef Joachim Franke. SPD-Fraktionsvorsitzender Tobias Handtke dazu: "Wir wollen kein Luftschloss in einer fernen Zukunft, sondern im Hier und Jetzt einen realen Neubau für die Menschen in unserer Gemeinde." Eine Projektgruppe soll nun bis Sommer ein Raum- und Nutzungskonzept ausarbeiten.

Die Christdemokraten befürworten zwar ausdrücklich auch den Neubau eines Familienzentrums, kritisieren jedoch die geplante Containerlösung. "Das Geld ist schlichtweg verloren", sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Malte Kanebley. Stattdessen soll die Gemeinde besser in einen dauerhaften Anbau am Lutherkindergarten investieren. Etwa 900.000 Euro soll die Erweiterung kosten. Das dortige Kita-Gebäude sei ohnehin stark renovierungsbedürftig. Kanebley: "Sind wir ehrlich. Irgendwann steht die Kirche bei der Gemeinde vor der Tür und fordert eine entsprechende finanzielle Beteiligung ein."