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Vor allem Richtung Rade wird gerast

Beobachtet häufiger gefährliche Situa-tionen: Gastwirt Jan Lüdemann

Viele fahren immer noch zu schnell / Neue Blitzersäulen an B3 in Elstorf zeichneten seit November rund 800 Verstöße auf


Trotz Blitzersäule haben es viele Autofahrer auf der B3 durch Elstorf zu eilig, besonders wenn sie Richtung Rade unterwegs sind. Das ergab kürzlich eine Datenauswertung des Landkreises Harburg. Die beiden „Poliscan“-Blitzersäulen an der B3 sind seit 10. November vergangenen Jahres im Einsatz - mit einer erschreckenden Bilanz: In Richtung Rade wurden bis vor Kurzem über 330 Rotlichtverstöße, in Richtung Buxtehude 50 Rotlichtverstöße aufgezeichnet. Die Zahl der Geschwindigkeitsüberschreitungen lag bei ca. 180 je Richtung: ein Schnitt von sieben Verstößen pro Tag, die meisten davon zwischen elf bis 15 km/h über den erlaubten 50km/h.

„Abends können wir richtige ‚Rotlicht-Partys‘ beobachten“, erzählt Jan Lüdemann, Betreiber der direkt neben einer Säule gelegenen Gaststätte „Zum Florian“ und CDU-Kreistagsabgeordneter. Bei einem Verstoß würde es zwei Mal blitzen, ein Foto von vorn und eins von hinten schießen. Das sei vor allem bei Motorradfahrern wichtig, berichtet Lüdemann. Häufig wären auch sie mit mehr als 50 km/h unterwegs. Die traurige Raserbilanz führt allerdings ein Lieferwagen an - auf dessen Tachokonto gehen satte 107 km/h.

Der CDU-Kreistagsabgeordnete Lüdemann hatte sich lange dafür eingesetzt, dass in der Elstorfer Ortsmitte eine Blitzeranlage aufgestellt wird, um Ampelsünder endlich zur Räson zu rufen. Vor allem größere Fahrzeuge wie Lieferwagen oder Lkw seien häufig zu schnell und würden brenzlige Situationen herbeiführen, berichtet der Gastwirt. „Diese Anlage war dringend notwendig, vor allem zur Schulwegsicherung. Es geht nicht darum, mit den Bußgeldern die Kosten für die Säulen wieder reinzuholen“, so Lüdemann. „Es geht darum, den Leuten ihre überhöhte Geschwindigkeit vor Augen zu führen.“ Der Landkreis hatte die Kosten der 196.000 Euro teuren „Poliscan“-Säulen, die im vergangenen Februar aufgestellt worden waren, getragen. Mittlerweile hat die Polizei 74 Fahrverbote verhängt.