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Zoff im Neu Wulmstorfer Rathaus

Das Feuerwehrhaus in Rübke wurde zum Zankapfel zwischen der Neu Wulmstorfer Politik und der Verwaltung

Bürgermeister Wolf-Egbert Rosenzweig will Abriss des Feuerwehrhauses  

ab. Neu Wulmstorf.
Dicke Luft im Ratssaal: Auf der jüngsten Neu Wulmstorfer Ratssitzung flogen die Fetzen. Dass der Großteil der Politik das Feuerwehrhaus in Rübke erhalten möchte oder zumindest in Erwägung zieht, es nicht abreißen zu lassen, brachte den Verwaltungschef Wolf-Egbert Rosenzweig auf die Palme. Dabei wurde er sogar persönlich und bezichtigte Malte Kanebley (CDU) der Lüge. Am Ende stimmten die Politiker mehrheitlich positiv über einen nachgebesserten Passus ab: die Planungen des neuen Feuerwehrhauses weiter voranzubringen und das alte Gebäude möglicherweise nicht abzureißen.

Zuvor hatte die CDU einen Antrag eingereicht, der aber gar nicht auf der Tagesordnung auftauchte. Und so fiel bereits der Einstieg in das Thema ungewöhnlich aus. In einer Rede von fast epischer Länge legte Bürgermeister Wolf-Egbert Rosenzweig den Sachverhalt dar. "Dass ein neues Feuerwehrhaus gebraucht wird, hängt zusammen mit Technik und Personal und damit, dass wir ein neues Feuerwehrauto brauchen, das aber nicht ins jetzige Gebäude passt."

Eine Arbeitsgemeinschaft (AG) habe sich zu dem Thema gegründet und erste Pläne erarbeitet. Rosenzweig insistierte, das alte Haus abreißen zu lassen. "Mein Appell: Lehnen Sie den Antrag der CDU ab, stimmen Sie der Vorlage zu. Alles andere wäre ein Rückgang auf Null." Das Gebäude weiter zu unterhalten und umbauen zu lassen, koste Geld und würde den schon jetzt defizitären Haushalt der Gemeinde weiter belasten.

Wie berichtet, handelt es sich bei dem jetzigen Feuerwehrhaus um ein 32 Jahre altes Gebäude. Die CDU hatte vor einigen Wochen vorgeschlagen, das Haus zu erhalten und weiterhin zu nutzen.

Auch über Kommunikationsfehler wurde debattiert, die Rübkes Ortsvorsteher Uwe Klindtworth begangen haben soll. Den verklausulierten Attacken nahm Klindtworth gleich den Wind aus den Segeln: Er entschuldigte sich öffentlich dafür, dass er Informationen aus der AG nicht weitergeleitet habe. Adressat wäre die Arbeitsgemeinschaft Dorferhaltung Rübke gewesen, der ebenfalls an einem Erhalt des alten Gebäudes gelegen ist und die eine breite Bürgerbeteiligung fordert.

Seinem Ärger machte zuerst CDU-Fraktionschef Malte Kanebley Luft. Zum einen kritisierte er, dass in der AG niemand aus der Politik beteiligt worden wäre, zum anderen stehe der Antrag der CDU gar nicht auf der Agenda, was der Christdemokrat ebenfalls bemängelte. Darin hatte die CDU gefordert, einen Passus in die Vorlage aufzunehmen, der zumindest in Erwägung zieht, das alte Haus nicht abreißen zu lassen. Kanebley warf dem Verwaltungschef vor, den Antrag in die Sitzungsvorlage aufzunehmen, sei im Rathaus versäumt worden. Rosenzweig nannte das eine "Frechheit", gegen die er sich verwahre. Der Antrag hätte rechtzeitig eingereicht werden müssen. In der Hitze des Gefechts bezichtigte Rosenzweig den CDU-Fraktionschef sogar einer Lüge.

Bei gedrückter Stimmung entschied sich die Mehrheit dafür, die Planungen für das neue Gebäude weiter voranzubringen, über den Erhalt des alten Gebäudes aber weiter nachzudenken. Die CDU kündigte außerdem an, demnächst eine Bürgerversammlung in Rübke einzuberufen.