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Als die alten Römer in Freiburg waren

Archäologe Daniel Nösler (li.) im Gespräch mit Joachim Mardt aus Oederquart

Archäologe Daniel Nöster informiert über Ausgrabungsergebnisse

sum. Freiburg. „Dort bewohnt ein beklagenswertes Volk hohe Erdhügel, die mit den Händen nach dem Maß der höchsten Flut errichtet sind“, beschrieb vor rund 2000 Jahren der römische Chronist Plinius die Menschen in Nordkehdingen. „Dabei war hier das Errichten von Warften völlig normal,“ begann Archäologe Daniel Nösler vor Kurzem seinen Bericht im Historischen Kornspeicher. Er informierte viele interessierte Zuhörer über die bisherigen Ergebnisse der 2014 erfolgten Ausgrabungen in Nordkehdingen.

Dass ausgerechnet mitten in einem Maisfeld früher mal das „Leben tobte“, fanden Daniel Nösler und sein Team mit Hilfe von Luftaufnahmen, geometrischen Messungen und bodenkundlichen Untersuchungen heraus. „Ganz stark unterstützt wurde wir dabei vom Institut für Küstenforschungen in Wilhelmshaven“, erklärt Nösler. Rund 30 bis 40 Hektar umfasste der Hafenort vor rund 1.500 Jahren und war damit größer als das mittelalterliche Hamburg.
Die Untersuchungen der mehr als 1.000 gefundenen Metallteile dauern bis heute an. Fest steht jedoch: Damals gab es sehr enge Handels-Kontakte zwischen dem Römischen Reich und den Germanen an der Elbe. Das beweisen die stramme Wade einer römischen Statuette, das Stück eines römischen Pferdegeschirrs und viele römische Münzen.

Auf die Frage eines interessierten Besuchers, warum die Menschen ausgerechnet in dieser Region siedelten und sich nach den ersten Sturmfluten nicht wieder zurückzogen, antwortete der Archäologe: „Fragen Sie doch mal die Kehdinger Landwirte. Das Wirtschaften in der Marsch ermöglichte ganz andere Erträge, als auf der Geest.“

Einige Fundstücke werden zur Zeit noch restauriert, während andere bereits wissenschaftlich bearbeitet, fotografiert und gezeichnet wurden. Eine Auswahl der wichtigsten Objekte erscheinen demnächst in wissenschaftlichen Aufsätzen und können im Schwedenspeicher in Stade angesehen werden.