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Angst um die Entwässerung

Horst Wilkens (li.) erläutert seinen Vorschlag zur Verlegung der SuedLink-Trasse (Foto: sum)
Horst Wilkens schlägt „geraden“ Korridor für SuedLink-Trasse in Kehdingen vor

sum. Wischhafen. Überlandleitungen, ein Tunnel oder einen neuen Korridor, nur so können sich die Landwirte aus Kehdingen eine SuedLink-Trasse vorstellen. Ansonsten befürchten sie, dass es in bei ihnen irgendwann wieder „Land unter“ heißt. Das wurde auf der Informationsveranstaltung im Gasthaus Sieb in Wischhafen in der vergangenen Woche deutlich.

Zwei der von der Tennet GmbH in Aussicht genommenen Trassen für die Starkstromleitung führen durch Kehdingen, wobei der durch Freiburg und Wischhafen verlaufende Korridor bevorzugt wird. Während zu Beginn der Planungen noch von Überlandleitungen die Rede war, soll nach dem Willen der Bundesregierung der Windkraftstrom nun in unterirdischen Kabeln nach Süddeutschland gelangen.

Doch der geplante Korridor stößt insbesondere den Landwirten bitter auf. In einem etwa 30 Meter breiten Bereich soll rund 1,30 Meter tief gebuddelt werden, um die Kabel zu verlegen. „Dabei wird das gesamte Entwässerungssystem durchschnitten", erklärte Wischhafens Bürgermeister Bernd Tietje. Thomas Wagner von der Tennet GmbH gab zu: „Die Drainage ist die größte Herausforderung.“ Aber er sicherte auch zu, dass die Leitungen bei Bedarf komplett erneuert werden. Dem wollten die mehr als 50 Zuhörer nicht recht Glauben schenken. „Wie soll die Entwässerung während der Bauphase funktionieren?“, „Was passiert, wenn es später zu Versackungen kommt und die Drainage zerstört wird?“ waren nur einige der Fragen, die den Landwirten unter den Nägeln brannten. „Warum können hier keine Überlandleitungen kommen“, fragte ein Zuhörer. Damit hätten die meisten Landwirte kaum Probleme. „Aber dann wären viel mehr Menschen gekommen, um ihre Bedenken zu äußern“, erklärte Samtgemeindebürgermeister Edgar Goedecke. Auch mit der weiteren Alternative, das Gebiet komplett zu unterbohren, könnten sich die Landwirte anfreunden. Allerdings müsste der Tunnel dann so tief liegen, dass auch die Obstbauern sich nicht um ihre tieferwurzelnden Bäume sorgen müssen.

Applaus erhielt Horst Wilkens aus Wolfsbruchermoor für seinen Vorschlag, einen völlig neuen Korridor einzuschlagen. „Warum werden die Kabel nicht parallel zu den Stücken verlegt?“ fragte Wilkens. Der Ratspolitiker erläuterte, die Trasse von der Elbe kommend geradeaus in Richtung Moor verlaufen zu lassen. Die im dortigen Torfabbaugebiet bereits vorhandene feste Betonstraße könnte auch für den Trassenbau genutzt werden. Ist der Torfabbau abgeschlossen, stören die Kabel niemanden mehr. An der sogenannten „Scheidung“ könnte die Leitung dann abbiegen und wieder in Richtung Bundesstraße 495 führen. „Schicken Sie Ihre Vorschläge an die Bundesnetzagentur, damit darüber entschieden werden kann,“ forderten Thomas Wagner und Valerie Blankenburg die Gäste auf. Auch Bürgermeister Mike Eckhoff und Samtgemeindebürgermeister Edgar Goedecke werden die Ideen zu den am 20. und 27. Juni stattfindenden Antragskonferenzen mitnehmen.