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Ankunft des Wolfes in Nordkehdingen

Sowohl in Balje als auch in Isensee (Gemeinde Osten) ist man sich absolut sicher: "Der Wolf ist da." (Foto: Ulf Gieseler)

Drei Sichtungen in Balje und Isensee / Möglicher Schafsriss in der Gemeinde Oederquart


sum. Nordkehdingen. Die Befürchtungen vieler Kehdinger scheinen nun Realität zu werden: Der Wolf ist in ihrer Heimat angekommen.
Gleich zwei Exemplare wurden am Sonntag in Balje zwischen dem südlichen Vorfluter und dem Winterdeich beobachtet. Landwirt Johann von der Decken, der nach dem Starkregen der vergangenen Tage seine Weiden inspizierte, liefen die Tiere im wahrsten Sinne des Wortes über den Weg. Er informierte seinen Jagdkollegen Frank Schulz aus Krummendeich und gemeinsam machten sie sich auf die Pirsch. Durch ihre Ferngläser haben sie die Vierbeiner eindeutig als Wölfe identifiziert. „Es handelt sich um zwei stattliche Exemplare“, berichtet Frank Schulz, „das ist schon ein komisches Gefühl.“ Nachdem sie die Tiere aus den Augen verloren haben, begab er sich mit einem weiteren Jägerkollegen am Nachtmittag nochmals auf Fährtensuche und wurde fündig. „Wir sind uns absolut sicher, dass die Wölfe hier schon länger die Runde machen.“ Er mag noch gar nicht daran denken, was passieren kann, wenn das Vieh im Frühling wieder auf die Weiden kommt.
Am Sonntagmittag war auch Violetta Mingst aus Balje mit ihrem Hund auf der Hünkenbütteler Straße in Richtung Krummendeich unterwegs, als plötzlich vor ihr ein Isegrim die Straße kreuzte, sich ihr bis auf etwa einhundert Meter näherte und schließlich in einem Apfelhof verschwand. „Das war schon aufregend,“ erklärt die Wolfsentdeckerin. Leider hatte sie, ebenso wie die Jäger aus Balje, kein Handy oder Fotoapparat dabei, so dass in beiden Fälle keine bestätigte Wolfssichtung vorliegt.
Auch im gerade mal zehn Kilometer Luftlinie entfernten Isensee (Gemeinde Osten, Landkreis Cuxhaven) waren die Jäger am Dienstag einem Wolf mehrere Stunden lang auf der Spur. Gerd Wichers entdeckte das Tier frühmorgens aus Richtung des Oste-Flusses kommend in Richtung Kehdingen wandernd. Er informierte sofort einige seiner Jagdkollegen. „Wenn ihr einen Wolf sehen wollt, habt ihr jetzt die Gelegenheit.“
Am gleichen Tag erhielt Uwe Seggermann, Wolfsberater für den Landkreis Stade, den Anruf eines Hobby-Schäfers aus Oederquart, aus dessen Klein-Herde zwei Kamerunschafe gerissen wurden. "Der Riss erfolgte durch ein großes Tier," bestätigte der Wolfsberater. Ob es sich dabei jedoch um einen Wolf handelte, kann nicht bestätigt werden. Da der Schafsbesitzer die toten Tiere noch vor der Ankunft des Beraters geborgen und in einen Stall verbracht hatte, waren die Spuren für einen DNA-Test bereits unbrauchbar.