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Auge in Auge mit gefiederten Jägern

Uwe Hintelmann freut sich immer, wenn er ein gesundes Tier, wie den Habicht, wieder in die Freiheit entlassen kann

Uwe Hintelmann ist Greifvogel-Experte und betreute in diesem Jahr schon 80 Pflegetiere


sum. Hamelwörden. Ein junger Habicht und ein Mäuse-Bussard warten zur Zeit sehnsüchtig auf das Ende ihrer „Reha-Maßnahme“ und die Entlassung in die Freiheit. Dass es ihnen wieder so gut geht, haben die Tiere Uwe Hintelmann (48) aus dem Dörfchen Hamelwörden in Nordkehdingen zu verdanken, dem einzigen Greifvogel-Experten im Landkreis Stade.

Hintelmann hat ein Händchen für die Jäger die Lüfte. Vor 25 Jahren flog dem Zimmermann das Hobby buchstäblich zu: Ein Turmfalken-Küken war bei einem Sturm aus dem Nest gefallen. Hintelmann - damals noch Schüler - päppelte das Vögelchen von Hand auf und entließ es später gesund und munter in die Freiheit. Allmählich wurde der naturverbundene junge Mann im gesamten Kreisgebiet als Greifvogel-Experte bekannt. Seine umfangreichen Kenntnisse hat er sich beim Lesen von Fachbüchern angeeignet. Inzwischen verfügt er über eine stattliche Sammlung von Vogel-Präparaten zu Anschauungs- und Studienzwecken.

Allein in diesem Jahr versorgte Hintelmann rund 80 Greifvögel und Eulen. Zu seinen gefiederten Patienten zählen Schleiereulen, Waldkäuzchen, Rohrweihen, Sperber, Mäusebussarde, Habichte sowie Turm- und Baumfalken, die ihm von der Kreis-Naturschutzbehörde, der Polizei oder Tierärzten gebracht werden. Kleinere Vögel, die entweder aus dem Nest gefallen oder mutterlos sind, zieht er geduldig auf und bereitet sie auf ein Leben in der freien Wildbahn vor. Andere Tiere kommen mit Flügel- oder Kopfverletzungen zu ihm und bleiben, bis sie wieder fit für die Jagd sind. „Ich lasse alle Tiere hier in meinem Garten frei,“ erklärt Uwe Hintelmann und ergänzt mit einem Zwinkern: „Meine Nachbarn stört es nicht, wenn ab und zu ein Habicht auf ihrem Dach sitzt.“

Für Handwerker Hintelmann ist sein aufwändiges Ausnahme-Hobby eine freizeitfüllende Aufgabe. Dennoch lässt sich das Ehrenamt gut mit dem Beruf vereinbaren: Seine Pflege-Vögel geben sich zumeist mit einer Mahlzeit morgens und ein- bis zwei Fütterungen am Abend zufrieden.

Hintelmanns Ehefrau Uta (46) und die Kinder Julia-Marie (18) und Niklas (16) müssen sich daher nur gelegentlich um das Füttern kümmern. "Damit haben sie keine Probleme", erklärt Uwe Hintelmann: „Meine Frau hat mich schließlich zusammen mit den Greifvögeln geheiratet."