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Azubis drehen Drogenfilm

Alle Beteiligten sind sich einig: Der Film ist ein wichtiger Beitrag zum Thema "Sucht am Arbeitsplatz" und wird zukünftig von Polizei, Suchtberatungsstellen und Ausbildungsbetrieben bei ihrer Präventionsarbeit eingesetzt

Präventionsarbeit der DOW Stade findet große Anerkennung bei Polizei und Suchtberatung


sum. Bützfleth.
Im Raum 102 der Ausbildungsabteilung des DOW-Werks Stade-Bützfleth herrscht gespannte Aufregung. Den Besuchern wird zum ersten Mal der Film „Die tödliche Macht der Drogen – Oder wie alles hätte anders laufen können“ vorgeführt. Das Besondere an diesem Projekt: Die Drehbuch- und Regisseur-Arbeiten haben die Auszubildenden übernommen.

Die Idee zu dem Film kam der betrieblichen Suchtberaterin Petra Schumann vor etwa zwei Jahren, als sie mit den Lehrlingen das Thema „Sucht am Arbeitsplatz“ behandelte. Sie nahm Kontakt mit Suchttherapeutin Sabine Auf dem Felde vom Stader Verein für Sozialmedizin, Rainer Bohmbach von der Polizeiinspektion in Stade und dem Filmemacher Matthias Rambow aus Assel auf, die alle sofort Feuer und Flamme waren. Um mit dem Film gerade junge Leute anzusprechen, haben die Auszubildenden das Schreiben des Drehbuches übernommen. „Ein Drehbuch, das man in der Fachwelt so nicht nennen würde“, beschreibt Matthias Rambow amüsiert die knappe Excel-Tabelle mit Szenen und Filmorten aber ohne jeglichen Text.

Doch mit Hilfe dieses Leitwerks ist es den Beteiligten innerhalb von zwei Drehtagen gelungen, in der von Anlagenleiter Sascha Noormann zur Verfügung gestellten Abteilung Dowex/Dowanol einen beeindruckenden, fast eine halbe Stunde dauernden Film zu drehen.

Da die DOW-Azubis am Set lieber Nebenrollen und technische Aufgaben übernahmen, statt in die Rolle eines drogenabhängigen Jugendlichen zu schlüpfen, hat sich Petra Schumann an das Athenaeum-Gymnasium in Stade gewandt, wo ihr der talentierte Jung-Schauspieler Nils Ruff (17) wärmstens empfohlen wurde. Ihm ist als Hauptdarsteller die Verkörperung des von der Droge Cannabis abhängigen 22-jährigen Stefan sichtlich gelungen. Gekonnt zeigt er die mit dem Drogenkonsum einhergehenden Stimmungsschwankungen, die wachsende Gleichgültigkeit und die sinkende Aufmerksamkeit, die in Kombination schließlich zu einem tödlichen Betriebsunfall führen. Der Film zeigt aber auch auf, wie sich Dritte verhalten können, wenn sie von der Drogenabhängigkeit eines Kollegen, Freundes oder Schulkameraden erfahren.

Alle Beteiligten sind sich einig: Mit diesem Film geht die Suchtarbeit einen großen Schritt in die richtige Richtung. Er soll dazu dienen, die Hemmschwelle zu senken und das in vielen Betrieben, aber auch von der Allgemeinheit oft immer noch totgeschwiegene Thema öffentlich zu machen. Nicht nur die Polizei, auch andere Ausbildungsbetriebe wollen den Film zukünftig im Rahmen der Präventionsarbeit mit Jugendlichen nutzen.

Und wenn Suchtberaterin Petra Schumann die Möglichkeit hätte, würde sie den Film gerne auch als Trailer in die Kinos bringen, um noch mehr Aufmerksamkeit zu erlangen und Betroffenen zu helfen, bevor es zu spät ist.