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"Bildung enorm wichtig"

Elke von Holt (re.) von den Landfrauen Kehdingermoor bedankte sich bei Dr. Gundula Krüger (Foto: Silke Umland)

Vortrag zum Islamischen Staat lockte viele Männer zum Landfrauen-Abend


sum. Wischhafen. Wenn es um Themen der Landfrauenvereine geht, erwartet man in der Regel überwiegend weibliche Teilnehmer. Doch der Vortrag der Referentin Dr. Gundula Krüger „Ein neuer Staat am Horizont? Die islamische IS-Organisation und ihr Traum vom Kalifat“ lockte auch zahlreiche Männer in den ersten Stock der Gaststätte Sieb in Wolfsbruchermoor.

Mit ihrem umfangreichen Fachwissen zog die Religions- und Islamwissenschaftlerin über einhundert Zuhörer in ihren Bann. Was in den Medien über die Entstehung und Verbreitung der IS-Organisation oft nur verkürzt dargestellt wird, erläuterte Dr. Krüger auf anschauliche Art und Weise. So beschrieb sie, wie sich der Islamische Staat finanziert und wer alles auf der Liste der Feinde steht. Sie machte aber auch noch mal auf die nicht akzeptable Diskrepanz innerhalb der IS-Organisation aufmerksam. So seien die Mitglieder des Islamischen Staates zwar gegen die „neue Welt“, kämpfen aber dennoch mit modernen Kriegswaffen und nutzen die neuesten Medien, um junge Menschen in ihren Bann zu ziehen.

Auf die Frage aus dem Publikum, was sie von den aktuellen Vorfällen in Deutschland halte, musste Dr. Gundula Krüger zugeben, dass mit den derzeit 1,1 Millionen Flüchtlingen nicht nur Sängerknaben ins Land kommen. Dennoch hofft sie, dass die Beteiligung von Flüchtlingen an den Silvester-Attacken die sowieso schon bestehenden Vorurteile nicht zu sehr nähren. Sie machte aber gleichzeitig klar, dass auch die Deutschen nicht nur lammfromm sind und wies auf die im vergangenen Jahr erfolgten 400 Brandanschläge auf Asylunterkünfte hin.

Das abschließend erbetene Allheilmittel zum IS-Problem konnte die Islamwissenschaftlerin den Zuhörern an diesem Abend zwar nicht bieten, ist sich aber sicher: „Die Bildung gerade der jungen Leute ist enorm wichtig. Das fängt schon im Kindergarten an.“ Ihrer Auffassung nach wollen sich gerade die jungen Flüchtlinge integrieren und viele werden die Chance nutzen, ihre Heimat wieder aufzubauen.