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Börteboot soll zum Weltkulturerbe werden

Mit etwas Glück gehören die Helgoländer Börteboote Anfang des kommenden Jahres zum UNESCO-Weltkulturerbe (Foto: sum)
Auf der Werft von Rainer Hatecke in Freiburg werden die Zubringerschiffe auf Vordermann gebracht

sum. Freiburg. Auf der Hatecke-Werft in Freiburg/Elbe herrscht geschäftiges Treiben. Ralf Bruns (51) aus Balje arbeitet emsig an der Bandsäge, während Walter Hellwege (62) aus Hemmoor und Harald Hintz (57) aus Jesteburg im „Störtebecker“ hocken und die Farbe von den Planken schaben. Werftbesitzer Rainer Hatecke (56) wechselt an diesem Samstagvormittag von einer „Baustelle“ zur nächsten, um Anweisungen und Tipps zu geben. Es findet ein „Arbeitseinsatz“ zur Rettung und Erhaltung von Börtebooten statt.

Seit rund 65 Jahren dienen Börteboote zum Aus- und Einbooten der Besucher der Hochseeinsel Helgoland. Da jedoch mittlerweile auch die großen Schiffe direkt an der Insel festmachen können, befürchten die Börtebootliebhaber, dass ihre kleinen Zubringerschiffe bald der Geschichte angehören. Vor Kurzem machte sich daher eine Abordnung von Börteboot-Besitzern auf den Weg nach Kiel, um einen Antrag auf Aufnahme der Traditionsschiffe in die Liste des immateriellen Kulturerbes abzugeben.

Selbstverständlich war auch Rainer Hatecke aus Freiburg mit seinem Börteboot „Freya“ dabei. Der Schiffsbauer hat einen ganz besonderen Bezug zu den Börtebooten. Sein Opa stellte auf der Werft an der Elbe rund 80 Prozent der zehn Meter langen und drei Meter breiten Eichenboote her. „Ich war von klein auf dabei und liebe diese Boote“, erzählt der Schiffsbauer. Um die Börteboote zu retten, gründete er gemeinsam mit weiteren „Fans“ im Juni 2014 den Verein zur Erhaltung Helgoländer Börteboote. Mittlerweile zählt der Verein 140 Mitglieder.

In den Sommermonaten treffen sich fast jeden Samstag fünf bis zehn Freiwillige zum „Arbeitseinsatz“ auf der Hatecke-Werft. Im Moment gilt dem „Störtebecker“ die volle Aufmerksamkeit. Dann heißt es, Farbe mit dem Spachtel abschaben, die Planken neu zu streichen, Bretter zu ersetzen und den Motor auf Vordermann zu bringen. Dabei ist eine handwerkliche Vorbildung nicht zwingend erforderlich. „Rainer sagt uns schon, was wir machen müssen“, erzählt Harald Hintz. Der Techniker ist auf Helgoland geboren und mit den Börtebooten groß geworden. Walter Hellwege aus Hemmoor war neben seiner Arbeit als Hausmann auf der Suche nach einer Beschäftigung, die mit Wasser und Booten zu tun hat. "Hier lerne ich einiges über den Bootsbau", erklärt der ehemalige Bauingenieur.

Der „Störtebecker“ soll rechtzeitig zum Hamburger Hafenfest Anfang Mai wieder seetauglich sein. Und mit etwas Glück gehört das grün-weiße Zubringerschiff schon Anfang nächsten Jahres zum UNESCO-Weltkulturerbe.