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Bürger retten den Dorfladen

Christoph Renelt (v.li.), Carsten Hubert, Eliza Ehrenhardt, Detlef Brandt, Gerhard von Thun, Jan Nachtigall und Thorsten Jules gehören zum Initiativ-Kreis (Foto: Silke Umland)

Genossenschaft will Traditionsgeschäft in Osten wieder öffnen

sum. Osten. "Vom Bürger für den Bürger", nach diesem Motto gründen rund 240 Bürger aus der Gemeinde Osten (Landkreis Cuxhaven) zur Zeit eine Genossenschaft, um ihren Traditionsladen „Haack“ zu retten.

Als im Januar die Nachricht in der 1.800-Einwohner-starken Gemeinde die Runde machte, dass Erika Haack und Tocher Birgitta Mahler als Inhaberin die Türen des 1902 gegründeten Blumenhauses für immer dicht machen wollen, stellte sich Bürgermeister Carsten Hubert sofort die Frage: „Was können wir machen?“ Wenn es den Laden nicht mehr gibt, fehlt den Einwohnern die Möglichkeit, vor Ort Blumen, frisches Obst und Gemüse, Getränke und weitere Dinge des täglichen Lebens einzukaufen. Und auch die Lotto-Spieler müssen weitere Wege in Kauf nehmen.

Es gründete sich kurzerhand ein Initiativ-Kreis, der innerhalb weniger Wochen ein Konzept zur Rettung des Geschäfts auf die Beine stellte. Die Idee: Es wird eine Bürgergenossenschaft gegründet. Die Bürger haben die Möglichkeit, Genossenschaftsanteile zu kaufen und mit ihrem Geld denLaden zu modernisieren und neu zu gestalten. Das Projekt „Ostener Blumenhaus – vom Bürger für den Bürger“ stellten die Initiatoren einen Tag vor der Schließung des Geschäfts den über 200 interessierten Zuschauern vor. „Unsere Erwartungen wurden mehr als übertroffen“, freut sich Carsten Hubert. Innerhalb kürzester Zeit reservierten sich 240 Bürger mehr als 700 Anteilsscheine zum Preis von je 50 Euro. „das hieß für uns, dass wir loslegen können“, erklärt der Bürgermeister.

Zur Zeit arbeitet der Initiativ-Kreis an der Satzung, die für den Eintrag in das Genossenschaftsregister erforderlich ist. „Dann müssen die Bürger ihrem Versprechen Taten folgen lassen und ihre Anteile kaufen,“ erklärt Hubert. Zeitgleich werden bereits Pläne geschmiedet, wie der Laden zukünftig aussehen könnte. Was es geben wird, ist auch schon klar. Neben Blumen, Obst und Gemüse soll das Angebot auch Zeitungen und Zeitschriften, Geschenke-Karten sowie Zigaretten umfassen. Außerdem wird es einen Wäscheservcie und eine Lottoannahmestelle geben. "Doch das Angebot kann nach den Wünschen der Bürger auch noch ausgeweitet werden," erklärt der Bürgermeister. Eine Vollzeit- und eine Teilzeitkraft sollen den Laden schmeißen und dafür sorgen, dass die Einnahmen möglichst nicht nur die laufenden Kosten tragen.

Wenn alles klappt, sollen sich die Türen des „Ostener Blumenhauses“ im Mai wieder öffnen. Und dann haben die Bürger es selber in der Hand, ob „ihr Laden“ läuft oder nicht.