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Bürgerpreis für den Küster

Stolz nimmt Günther Burwieck (li.) die Bürgerpreisurkunde von Herwart von der Decken entgegen (Foto: sum)

Pastor Kern: "Günther Burwieck arbeitet nicht für die Kirche. Er ist Kirche."


sum. Freiburg. Als manchmal recht kantigen Mann mit einer "festen Meinung zu bestimmten Dingen" beschreibt Bürgermeister Herwart von der Decken den neunten Bürgerpreisträger aus der Schallenstiftung. Küster Günther Burwieck (70) aus Freiburg nahm diese besondere Ehrung am vergangenen Sonntag in der St. Wulpardi-Kirche entgegen.

1992 hat der Flecken Freiburg nach einem Verkauf von Flächen für den Deichbau die sogenannte „Schallenstiftung“ gegründet. Personen und Gruppen, die sich um das „Gemeinwohl schlechthin, die Kultur, Natur und Landschaft, das Vereinsleben, die Jugend- und Altenpflege und den Ruf des Flecken Freiburg“ verdient machen, können aus dieser Stiftung mit einem Bürgerpreis geehrt werden. In der 23-jährigen Geschichte wurde diese Auszeichnung nun zum neunten Mal vergeben.

Nach Auffassung der Jury hat Günther Burwieck den Bürgerpreis verdient. Wenn er nicht gerade seine Zeit in der Kirche, auf dem Friedhof oder im Gemeindehaus verbringt, findet man ihn irgendwo im Ort, wo er eigentlich immer einen „Schnack“ hält oder Trost spendet. Der aktive Rentner hat 1980 das Küsteramt übernommen und kann auf einen über 40-jährigen Dienst für die Gemeinschaft zurückblicken. Mit fünf Pastoren hat er zusammenarbeitet und rund 600 Taufen vorbereitet. „Das ist fast ein Drittel der Freiburger,“ erklärt Herward van der Decken. Von der Organisation von Vorträgen, der jährlichen Gemeindefahrt oder der monatlichem Seniorengruppe, „er hat alle Aufgaben voll im Griff“, lobt der Bürgermeister sein Gemeindemitglied.

Ganz besonders fällt der Hobby-Designer aber durch seine Erntedankfest-Dekoration auf. Mit einem Oldtimer-Trecker, riesigen Strohballen, bunten Herbstblumen, Unmengen an Kürbissen, Getreidekörnern und Gemüsesorten schafft es der Küster jedes Jahr auf ein Neues, die St. Wulphardi-Kirche gekonnt in Szene zu setzen und hunderte Besucher nach Freiburg zu locken. Pastor Harry Kern beschrieb es treffend: „Günther Burwieck arbeitet nicht bei der Kirche. Er ist Kirche.“

Der Küster nahm die Auszeichnung überrascht und mit bescheidenem Stolz entgegen. Er bedankte sich bei seinen Freunden und insbesondere seiner Frau Sigrid: „Sie nimmt immer Rücksicht auf meine Arbeit.“ Doch dann war er gleich wieder in seinem Element und wies darauf hin, was er für das kommende Jahr schon alles geplant hat. Abschließend brachte Günther Burwieck es auf den Punkt: „Man muss schon was bieten, um die Leute in das Haus zu holen.“