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Das Gut ist teilsaniert

Joachim Mardt ist froh, dass die Sanierungsmaßnahmen an der Westseite abgeschlossen sind

Dem Westgiebel von "Oerichsheil" fehlt nur noch der letzte Anstrich


sum. Oederquart. Stolz steht Joachim Mardt aus Oederquart vor dem fertigen Westgiebel. Anfang des Jahres konnten die Sanierungsarbeiten in diesem Bereich des Wohnhauses beendet werden. "Jetzt müssen wir noch bis Herbst warten, dann erhalten die Balken ihren Anstrich mit der Ölfarbe Ochsenblut", erklärt der Ehemann der Gutsbesitzerin Cornelia Koch.

Das denkmalgeschützte "Gut Oerichsheil" liegt mitten in Oederquart und besteht aus dem 1590 erbauten Wohnhaus, alten Wirtschaftsgebäuden und einem riesigen Parkgelände. Vor neunzig Jahren erwarb der Großvater von Cornelia Koch das Grundstück. Ihre 93jährige Mutter Gesa Bergmann wohnt bis heute dort.

Die Restaurierung des Gutshauses, in dem Familie lebt, war dringend erforderlich. Vor vier Jahren saßen die Eheleute Koch/Mardt gemütlich vor dem Fernseher, als es plötzlich heftig rumpelte. Zunächst dachten sie, die Mutter wäre im ersten Stock gefallen. Der ging es aber gut. Am nächsten Morgen sahen sie das Dilemma: Zwei Fachwerke waren aus der Wand herausgefallen. "So fing alles an", erinnert sich Joachim Mardt. Nachdem die Substanz geprüft wurde, war schnell klar, dass eine Komplettsanierung des Westgiebels von Nöten war.
Dabei musste die Hälfte des Giebels komplett entfernt und ein neues Fachwerk aus alten "abgelagerten" Balken errichtet werden. Auch die für das Gutshaus typischen Mauersteine wurden extra angefertigt, da sie kleiner als normale Ziegel sind. Die Verfugung erfolgte mit einer Muschelkalk-Mischung.

Die Kosten der Sanierungsmaßnahmen von mehr als 100.000 Euro konnte die Familie nur mit Hilfe von Fördergeldern der Ritterschaft Herzogtum Bremen, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Bingo-Umweltstiftung aufbringen.
Und es ist noch kein Ende in Sicht. "Im kommenden Jahr muss dringend das Reetdach auf der Nordseite restauriert werden", erklärt Joachim Mardt. Da es sich wiederum um eine sehr kostspielige Maßnahme handeln wird, haben die Eheleute auch hier Fördergelder bei verschiedenen Stiftungen beantragt. Ob diese Anträge Erfolg haben, wird sich im Herbst herausstellen.