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Deich-Kühe zu schwer?

Wenn Landwirte Kühe auf dem Allwördener Deich in Freiburg grasen lassen, müssen sie sich an die Regeln halten

Zustand der zweiten Deichlinie in Nordkehdingen wird bemängelt

sum. Freiburg. „Was haben Kühe etwas auf dem Deich zu suchen?“ „Warum wird die zweite Deichlinie in Nordkehdingen so schlecht gepflegt?“ Mit diesen Fragen mussten sich Oberdeichgraf Gunter Armonat und Hauke Meier, Geschäftsführer des Deichverbandes Kehdingen, vor Kurzem beim sechsten Speichergespräch im Historischen Kornspeicher in Freiburg auseinandersetzen.

Nachdem der Historiker Dr. Norbert Fischer einen kleinen Einblick in die Geschichte des Küstenschutzes in Kehdingen gab, wurde es aktuell. Hauke Meier berichtete den Zuhörern, dass in diesem Jahr endlich die 22 Kilometer lange Pflasterung des Außendeichs in Nordkehdingen abgeschlossen wird. Doch die nächste Baumaßnahme stehe schon vor der Tür. „In den nächsten Jahren werden wir uns mit einer Deicherhöhung beschäftigen“, erklärte der Geschäftsführer des Deichverbandes Kehdingen. Eigentlich wartet er nur noch auf die Mitteilung aus Hannover, um wie viel Zentimeter der Deich wachsen muss. Ein halber Meter ist mindestens geplant, höher wäre natürlich noch besser. Die Bauzeit schätzt Meier auf rund 25 Jahre.

Die Gäste aus Kehdingen plagen aber auch andere Sorgen: „Die zweite Deichlinie sieht zum Teil furchtbar aus,“ berichteten Christiane von der Decken und Paul Willers .Auf ihre Frage, ob nicht ein regelmäßiges Mähen in Betracht kommt, wies Gunter Armonat darauf hin, dass Schafe einfach die besseren Deichschützer sind, da sie mit ihren kleinen Hufen den Deich verdichten. Hauke Meier erläuterte, dass es am Ostedeich einen Bereich gibt, der nur gemäht wird. „Dort ist die Oberfläche so weich, dass sie bei der nächsten Flut einfach wegschwemmt.“ „Aber warum kommen die Schafe erst auf den Deich, wenn das Gras schon so lang ist und die Tiere es nur noch platt treten?“ hakte die Bürgermeisterin aus Krummendeich nach. „Sie müssen auch Verständnis für die Schäfer haben,“ appellierte Hauke Meier, „sie können nicht einfach ein paar Tiere aufpusten und auf den Deich stellen.“

In diesem Zusammenhang brachte Jörg Petersen ein weiteres, dem Oberdeichgrafen bereits eingehend bekanntes Problem eines Anwohners aus Freiburg-Allwörden auf den Tisch. Auf dem dortigen Deich grast schon seit Jahrzehnten Großvieh und zwar bei jedem Wetter. Das hat zur Folge, dass dort mittlerweile große Löcher entstanden sind, die sich mit Wasser füllen. Gunter Armonat erklärte, dass unter bestimmten Voraussetzungen auch Kühe auf dem Deich eingesetzt werden können. Die Überprüfung, ob sich die Landwirte an diese Regeln halten, wies er aber von sich: „Dass muss vor Ort ausgetragen werden."