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Der schnelle Weg in die Sucht

Almuth Diekhörner (re) macht auch schon die jüngeren Schüler der Oberschule Nordkehdingen auf das Thema Sportwettsucht aufmerksam (Foto: sum)
Verein für Sozialmedizin berät Schüler in Nordkehdingen zum Thema Sportwetten

sum. Freiburg. Die meisten Schüler der Oberschule Nordkehdingen suchten den Stand der Suchtberaterinnen Almuth Diekhöner und Dorothea Lange in erster Linie wegen der Kugelschreiber und der Bonbons auf. Der ein oder andere Schüler warf dann aber auch einen Blick auf das Informationsmaterial und die Leinwand, auf der während der großen Pause ein Kurzfilm über den wettsüchtigen Jugendlichen Tim lief.

Viele der zehn- bis 16-Jährigen aus Nordkehdingen können mit den Thema Sportwetten sicherlich noch nicht wirklich etwas anfangen. „Dennoch wollen wir den Kindern zeigen, dass es diese Art von Glücksspiel gibt und wie gefährlich sie werden kann“, erklärt Almuth Diekhörner. Sie ist Suchttherapeutin beim Verein für Sozialmedizin und in den Landkreisen Stade und Cuxhaven unterwegs. Zur Seite steht ihr Dorothea Lange, die als Suchtberaterin in der Gemeinde Drochtersen und in der Samtgemeinde Nordkehdingen arbeitet.

Die Zahl der jugendlichen Sportwetter stieg laut Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung von 5,7 Prozent (2013) auf 12,8 Prozent (2015). Vor allem junge sportbegeisterte Männer - oft mit Migrationshintergrund - seien der Auffassung, dass sie mit ihrem „Fachwissen“ als erfolgreiche Sportwetter das schnelle Geld gewinnen könnten, so die Studie. Gerade junge Menschen unterschätzten das Sucht-Risiko, das von dieser Art des Glücksspiels ausgeht.

So kamen in den vergangenen Jahren auch in den Landkreisen Stade und Cuxhaven immer mehr wettsüchtige 18 bis 25-Jährige in die Suchtberatungsstellen. Oft beginnt der Weg in diese Sucht schon im Schulalter. „Dank Smartphone und Internet wird es immer leichter, zu wetten, ohne dass die Eltern es mitbekommen,“ berichtete Dorothea Lange. "Doch das ist in der Gesellschaft immer noch nicht richtig angekommen“, ergänzt ihre Kollegin: „Daher ist die Präventionsarbeit in den Schulen, aber auch in Ausbildungsbetrieben enorm wichtig.“

• Kontakte: Almuth Diekhörner, Fachstelle für Sucht und Suchprävention Stade, Telefon: 04141 – 999 319, Dorothea Lange, Suchtberaterin in Drochtersen und Nordkehdingen, Telefon: 04143 – 999 780 (Drochtersen) oder 04779 – 1200 (Nordkehdingen)