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"Die Integration klappt"

Elli Sommer und Rolf Gemmel sind noch frische Nordkehdinger (Foto: Silke Umland)

Zugezogene in Nordkehdingen treffen sich zum Stammtisch / Tipps bei einem kühlen "Blonden"

sum. Nordkehdingen. Wer irgendwo neu hinzieht stellt sich viele Fragen. Wie finde ich neue Kontakte? Was kann ich hier alles machen? Wo finde ich den richtigen Handwerker? Auch Regina und Bernhard Hellendahl stellten sich diese Fragen, als sie vor knapp vier Jahren von Krefeld nach Oederquart zogen. Um sich in dem weitläufigen Nordkehdingen zurechtzufinden, beschlossen die Reiki-Lehrerin und der selbstständige Ingenieur daher, einen Stammtisch für Zugezogene ins Leben zu rufen, der seitdem regelmäßig „tagt“.

„Bei den Stammtischen lernen wir immer wieder neue Menschen kennen“, freut sich Regina Hellendahl. So saß auch Karin Gutt plötzlich am Tisch: „Über Berlin und Hamburg bin ich nach Krummendeich gelangt“, erzählt sie. Zunächst diente ihr kleines Häuschen als Wochenend- und Urlaubsdomizil, um sich vom Stress der Arbeit in der Großstadt zu erholen. „Seit einem Jahr wohnen wir fest hier“, erklärt die ehemalige Immobilien-Mitarbeiterin. Der Stammtisch ist für sie ein wichtiger Anlaufpunkt, um neue Menschen kennenzulernen. „Ich finde es etwas schwierig, Kontakte zu den Einheimischen zu knüpfen.“

Tipps für eine gelungene „Integration“ hat ein alter Bekannter. Ingo Voß bezeichnet sich selber als „Frühaussiedler“, wohnt er doch schon seit 1968 in Krummendeich. „Mein Arzt hat mir damals den Umzug auf eine Insel empfohlen,“ erinnert sich der ehemalige Fernmeldetechniker. An der Elbe ist er „hängen“ geblieben und hat den Schritt nie bereut. Der 74-Jährige engagierte sich 24 Jahre im Gemeinderat und war sogar 15 Jahre stellvertretender Bürgermeister in Krummendeich. „Man muss sich in den örtlichen Vereinen engagieren und offen sein“, rät er allen Neu-Nordkehdingern.

Björn Schwafertz lebt seit drei Jahren – wieder – in Freiburg. „Ich habe hier vor 35 Jahren schon mal gewohnt, bin dann aber raus in die weite Welt“, erzählt der Physiotherapeut. Seinem fünfjährigen Sohn hat er die Rückkehr zu verdanken. „Er litt unter schweren Allergien und nur in unserem uralten Haus am Deich geht es ihm gut.“ Auch wenn sich der Mittfünfziger grundsätzlich in der alten Heimat wohlfühlt, bereitet ihm etwas Bauchschmerzen: „Wenn ich über den Deich gucke, fällt mein Blick immer auf das Atomkraftwerk auf der anderen Seite der Elbe.“

Ein Paar „ganz Neue“ in der Stammtischrunde sind Rolf Gemmel (72) und seine Frau Elli Sommer (59). „Bei einem Besuch von Freunden haben wir uns in Freiburg verliebt“, erzählt der Rentner mit dem deutlich hörbaren schwäbischen Akzent. Ende letzten Jahres zogen sie von Waiblingen (Stuttgart) in den Flecken. „Und integriert werden wir auch hervorragend“, erklärt Rolf Gemmel mit einem Lächeln. Bei seinem Nachbarn erhält er Plattdeutsch-Unterricht. „Und die Kartons waren noch gar nicht ausgepackt, da hatten wir Dank Ingo Voß schon den ersten Arbeitseinsatz im Natureum“, erzählt der Zugezogene augenzwinkernd.