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Die jungen Trecker-Profis

Till (re.) und Max Wörmcke sind stolze Besitzer von zwei Ferguson TEF 20
 
Schon jetzt freuen sich Max (li.) und Till Wörmcke, wenn sie mit ihren Liebhaberstücken selber zu Oldtimertreffen fahren dürfen

Mit einer Schaukel in Papas Werkstatt begann die Leidenschaft bei Till (15) und Max Wörmcke (12)


sum. Osten-Isensee. Während andere Jungs Fußball spielen oder vor dem Computer sitzen, beschäftigen sich Till (15) und Max (12) Wörmcke mit ihren Treckern. Doch um sie dabei zu beobachten, führt der Weg nicht ins Kinderzimmer, sondern hinter das Haus, denn beide sind stolze Besitzer eines Oldtimertreckers.
Die Leidenschaft der beiden Realschüler begann mit einer Schaukel in der Werkstatt von Papa Hannes. Von dort aus konnten die Brüder ihrem Vater von klein auf beim Reparieren von Rasenmähern beobachten, bis sie irgendwann selber an den Geräten herumschrauben durften. Und auf dem Bauernhof von Opa Hans kamen die Jungs oft in den Genuss, Trecker zu fahren. Und bis heute verbringt die Familie die Ferien regelmäßig auf Oldtimertreffen oder in Treckerwerken. „Wir waren schon bei Claas in Harsewinkel und bei John Deere in Mannheim“, erklärt Max strahlend. Er und sein Bruder freuen sich schon riesig auf die Herbstferien, denn dann besichtigen sie das Fendt-Werk im Allgäu.
Bei so viel Leidenschaft und Unterstützung von den Eltern ist es kaum verwunderlich, dass Till und Max einen eigenen Trecker haben wollten. Da das Taschengeld allein nicht reichte, fingen die beiden an, in der Nachbarschaft Rasen zu mähen. Mittlerweile haben sie ein Dutzend „Auftraggeber“, sodass der ältere der beiden vor zwei Jahren als erster das nötige Kleingeld zusammen hatte. Die Wahl fiel auf einen typisch grauen Ferguson TEF 20, Baujahr 1954. Fachmännisch erklärt Till, dass es sich dabei um den idealen Einsteigertrecker handelt. „Davon wurden von 1946 bis 1956 insgesamt 517.651 Stück in England und Frankreich hergestellt“, sprudeln die Informationen nur aus ihm heraus und er ergänzt noch mal eben, dass es noch viele Ersatzteile zu erschwinglichen Preisen gibt.
Filter und Dichtungen austauschen oder Öl und Reifen wechseln, alles kein Problem für den handwerklich begabten jungen Mann. „Zu Weihnachten hat er sich Treckerreifen gewünscht,“ erzählt Mama Katja und lacht. Sie hat zwar nicht allzuviel für Trecker übrig, freut sich aber über das gemeinsame Hobby ihrer Männer. Und was Till jetzt noch nicht weiß, wird er während seiner im kommenden Jahr beginnenden Ausbildung zum Mechatroniker für Land- und Baumaschinentechnik bei der Firma Fricke in Lamstedt lernen.
Im letzten Jahr war es dann für Max soweit. Angesteckt vom Fieber seines Bruders wollte auch er einen gerne einen Ferguson TEF 20 haben. Sein Trecker ist zwei Jahre jünger und noch rot. „Im Herbst will ich mit Papa die Farbe abschleifen,“ erklärt er. Noch hatte der Siebtklässler dafür keine Zeit, denn in den Sommerferien hat er für seine Hühner und Enten erst mal einen größeren Auslauf gebaut. „Ich möchte später Tischler oder Zimmermann werden“, weiß Max schon jetzt und zeigt mit strahlenden Augen seine erste selbstgebaute Holzuhr, die natürlich den Schriftzug „Ferguson System“ trägt. „Ich baue dann später die Carports für unsere Trecker“, erzählt er lächelnd.
In diesem Sommer haben die beiden Jungs gemeinsam mit ihrem Vater und einigen Nachbarn einen eigenen Treckerclub gegründet. Aber noch müssen sich die jüngsten „Alteisenschrauber Isensee“ noch ein paar Jahre gedulden, bis sie mit ihren Oldtimern die öffentlichen Straßen unsicher machen dürfen.