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"Die Kleinen dürfen nicht sterben"

Nachdem ein Bagger das Wildkaninchen-Nest aushob, übernahm Silwia Roth spotan die Leihmutterschaft

Echte Tierliebe in Freiburg: Silwia Roth (44) zieht drei Wildkaninchen-Babys auf

sum/tk. Freiburg. Ihre Kinder sind längst aus dem Gröbsten raus, dennoch war Silwia Roth (44) wochenlang mit dem Nuckelfläschen im Einsatz. "Alle drei Stunden klingelte nachts mein Wecker", sagt sie. Der Grund: Völlig überraschend wurde sie zur "Hasen-Mama" auf Zeit.

"Ich kann die Kleinen doch nicht sterben lassen", war ihre spontane Reaktion, als Bauarbeiter mit drei Wildkaninchen-Babys vor ihrer Tür standen. Bei Arbeiten zur Erweiterung des DRK-Seniorenheims in Freiburg, dort arbeitet Silwia Roth, war der Kaninchenbau ausgehoben worden. Vom Muttertier fehlte jede Spur. Die Freiburgerin rief sofort bei Tierschutzvereinen und Tierärzten an. Helfen konnte aber niemand.

Silwia Roth machte sich schließlich mit Umsicht an die Arbeit: Aus Resten des Nestes und mit kuscheligem Heu baute sie ein Kaninchen-Heim. Sie kämpfte hingebungsvoll um das Leben der drei Kleinen. "Es dauerte Stunden, bis sie endlich an der Pipette mit Katzenaufzuchtmilch nuckelten", erinnert sie sich. Unterstützt wurde sie von ihrer Tochter Ann-Christin (16).

Tagsüber nahm sie den Kaninchen-Nachwuchs in den ersten Wochen mit zur Arbeit. Die süßen Plüschkugeln mit den Knopfaugen waren bei den Senioren gern gesehene Gäste. Nun steuert die Kaninchen-Geschichte auf ein tierisches Happy-End zu: Die inzwischen halbstarken Racker leben draußen im Freigehege. "Bei Wind und Wetter, damit sie sich daran gewöhnen", sagt die Ersatz-Mutter.
Nach Ostern heißt es Abschied nehmen. "Ich werde die Rasselbande am Freiburger Außendeich in die Freiheit entlassen." Silwia Roth ist sicher: "Da wird eine Träne fließen, die Kleinen sind mir so ans Herz gewachsen." Doch die engagierte Tierfreundin weiß: "Wildkaninchen brauchen ihre Freiheit."