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Die Zukunft Nordkehdingens

Die Studentinnen Hannah Koritka (v.l.), Sabrina Gerdes und Paulina von Magnus warfen einen Blick in die Zukunft Nordkehdings (Foto: sum)

Studenten entwickeln Szenarien für 2030 / Samtgemeinde plant Leitbild

sum. Nordkehdingen. Wir schreiben das Jahr 2030: Eine Masttieranlage reiht sich an die nächste, dazwischen ein Maisfeld neben dem anderen und überall ragen riesige Windkraftanlagen in den Himmel. Die kleinen Höfe sind ausgestorben und auch Touristen lassen sich nicht mehr blicken. Dafür gibt es gut ausgebaute Straßen für Lkw und Treckergeschütze. Abends sitzt jeder zu Hause. Vereine sind rar, weil keiner mehr Zeit dafür hat. Dieses Szenario sorgte kürzlich für Unbehagen bei den Besuchern des Kornspeichers in Freiburg, wo die Studentinnen Hannah Koritka, Paulina von Magnus und Sabrina Gerdes von der Leuphana Universität Lüneburg das Projekt „Zukunftsperspektiven für Nordkehdingen“ vorstellten.

Ursprünglich wollte die Gruppe aus 20 Wissenschaftsstudenten an den Auswirkungen der Vogelschutzrichtlinien auf die Region arbeiten. Bei den Workshops vor Ort, an denen überwiegend regionale Vertreter des Naturschutzes, der Landwirtschaft und der Politik teilnahmen, stellte die Gruppe jedoch fest, dass für Nordkehdingen nicht der Vogelschutz, sondern die Entwicklung der Region von großem Interesse ist. Die Studenten änderten ihr Projekt und erarbeiteten vier Szenarien für ein Nordkehdingen in 30 Jahren. Neben der Entwicklung zum landwirtschaftlich geprägten Wirtschaftsstandort stellte die Gruppe auch eine mögliche Zukunft mit einer eigenen regionalen Marke, als Wohnregion und „grüne Lunge Hamburgs“ oder mit einem klimabedingt boomenden Naturtourismus vor.

Die Gäste mochten sich mit den knapp dargestellten Szenarien nicht anfreunden. „Wie können Sie sagen, dass das Ehrenamt zu kurz kommt? Die Vereine sind doch sehr aktiv“, störte sich Ute Thomsen-Eggers an den Aussagen der Studenten. Paulina von Magnus machte noch einmal klar, dass es sich nur um Perspektiven handelt. Doch auch die anwesenden Handwerker waren mit diesem Blick in die Zukunft nicht zufrieden: „Sie haben den Fokus nur auf die Landwirtschaft gelegt.“ „Die Landwirte waren die Aktivsten bei den Workshops“, rechtfertigten sich die Studentinnen. „Wer soll denn hier in 30 Jahren noch leben?“ fragte ein weiterer Gast. Jürgen Ehlers brachte es schließlich auf den Punkt: „Ich freue mich, dass Sie etwas angefangen haben, was wir schon seit Jahren hätten tun müssen.“

Samtgemeinde-Bürgermeister Edgar Goedecke erläuterte den Speicherbesuchern: „Es besteht dringend Bedarf an einem Leitbild mit Entwicklungszielen und Visionen für die Zukunft.“ 2011 hat die Samtgemeinde schon einmal an der Erstellung eines solchen Leitbildes gearbeitet, ohne Ergebnis. Das soll jetzt anders werden. Mit Hilfe der von den Studenten erstellten Szenarien soll eine Vision entstehen, die Nordkehdingen in eine sichere Zukunft führen kann. „Beim nächsten offenen Workshop sehen wir uns alle wieder,“ forderte Goedecke die Zuhörer zum Mitmachen auf.