Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Ein Pflaster für den Elbdeich

Deichgraf Peter Lemke zeigt, wo in zwei Wochen die neuen Deichpflaster-Arbeiten beginnen
 
Auf dem bereits fertig gestellten Deichpflaster kann das Treibgut der letzten Sturmflut zunächst liegen bleiben
Freiburg (Elbe): Hauptdeich |

Deich-Baumaßnahmen in Freiburg werden fortgesetzt

sum. Freiburg. Der Deichverband Kehdingen-Oste wird ab Ende März weitere 1,5 Kilometer der Außenböschung des Elbdeichs im Bereich des Sieles Schöneworth in Freiburg pflastern. Peter Lemke aus Balje, Deichgraf in der Abteilung Nordkehdingen und zuständig auch für diesen Bereich des Hauptdeiches, freut sich, dass es wieder ein Stück voran geht. Noch etwa drei Jahre wird es dauern, bis der insgesamt etwa 22 Kilometer lange Deichabschnitt elbseitig gepflastert ist.
„Die Sturmflut am 6. Dezember 2013 hat wieder mal gezeigt, wie wichtig die Sicherung der Deiche ist,“ erklärt Peter Lemke. Ohne die Deichpflasterung wäre das während der Flut angespülte Treibgut auf dem Deich liegen geblieben und hätte vermutlich für ein Ersticken der Grasnarbe gesorgt. Und auch der Wellenschlag, der gerade in diesem Bereich bei Hochwasser sehr stark ist, könnte ohne den Deichschutz durch die vorhandenen Maulwurfs- und Wühlmauslöcher in den Deich eindringen und diesen von innen aufweichen. Jetzt treffen jedoch 90 Prozent des Treibguts und der Elbwellen auf das Deichpflaster und nicht mehr auf den ungeschützten Deichbereich.
Außerdem lässt sich der Deich schneller und besser vom Treibgut befreien, da Bagger und andere Fahrzeuge nach der Flut sofort auf der neu hergestellten Straße fahren und das Treibgut auf den unteren Teil des Pflasters räumen können. Dort bleibt das biologisch abbaubare Material etwa drei Monate liegen. Denn durch die beginnende Kompostierung vermindert sich die Masse und die Abfuhrkosten werden reduziert.
Die vom Deichverband Kehdingen-Oste beauftragten Unternehmen haben nur etwa fünf Monate Zeit, um das Deichpflaster herzustellen. Dafür muss zunächst die alte Straße am Deichfuß entfernt und zerkleinert werden, um als Untergrund für die neue Straße zu dienen. Anschließend wird am Deichfuß ein etwa 60 cm tiefes Fundament geschüttet, an das später die Pflastersteine gesetzt werden. Nach Errichtung der neuen Straße etwa 10 Meter oberhalb des Deichfußes wird sowohl der gesamte Abschnitt zwischen Straße und Deichfuß als auch ein zwei Meter breiter Streifen oberhalb der Straße mit 30 Zentimeter dicken Betonsteinen gepflastert, wobei ein Stein etwa 30 Kilogramm wiegt.
Spätestens im August müssen die Pflasterarbeiten beendet werden, damit noch in diesem Monat die Grassaat ausgebracht werden kann. "Das ist wichtig, damit sich rechtzeitig vor den insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten auftretenden starken Sturmfluten eine geschlossene Grasnarbe bildet", erklärt Peter Lemke. Im vergangenen Jahr konnte ein Teil der Grassaat erst im September ausgebracht werden, mit der Folge, dass in diesem Bereich noch keine verdichtete Grasnarbe vorhanden war und die Flut im Dezember 2013 Teile des Erdreichs wieder weggespült hat. Diese Schäden müssen jetzt ausgebessert werden.
Peter Lemke ist froh über die Deichpflasterung und den damit verbundenen Schutz vor Sturmfluten. Trotzdem würde er sich wünschen, dass die Deichpflasterung in Zukunft noch mal um etwa zwei Meter noch oben ausgeweitet wird: „Denn wer weiß, wie hoch die Sturmfluten in Zukunft aufgrund der Klimaerwärmung noch werden und ob die dann vorhandene Pflasterung ausreicht, um den Deich zu schützen .“