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Ein Uhu als Dauergast

Dieser Uhu hätte in der freien Wildbahn keine Chance Fotos: sum/Hintelmann

Gefiederter Jäger bleibt nach Kollision mit einem Lkw leicht behindert

sum. Hamelwörden. Eigentlich sind die gefiederten Gäste nur für kurze Zeit zu Besuch bei Uwe Hintelmann. Doch ein rund 1,5 Jahre alter Uhu entwickelt sich zum Dauergast bei dem bekannten Greifvogelexperten.

„Vor einem Jahr kollidierte der Uhu bei seinen ersten Flugübungen mit einem Lkw“, berichtet der Handwerker aus Hamelwörden. Das zwölf Wochen alte Tier erlitt Kopfverletzungen und blieb auf einem Auge blind. „Diese Tiere kommen an sich auch nur mit einem Auge zurecht“, recherchierte der Wildvogel-Fachmann. Doch dieser Patient leidet ein Jahr nach dem Unfall immer noch an Koordinationsproblemen. „Er kann zwar fliegen, schafft es aber nicht, gezielt irgendwo zu landen“, erklärt Uwe Hintelmann. In der freien Wildbahn würde das den Tod bedeuten, da der Uhu nicht jagen könnte und verhungern müsste.

Der Greifvogelexperte hat bereits in verschiedenen Tierparks gefragt, ob diese den Uhu aufnehmen würden. „Aber keiner will das Tier haben“, bedauert Uwe Hintelmann, der den Raubvogel aber auf keinen Fall einschläfern lässt, „dann bleibt der Vogel erst mal bei uns.“
Im vergangenen Mai übernahm der Uhu trotz seiner Behinderung die Vater- oder Mutterrolle – Uwe Hintelmann kann noch nicht sagen, ob es sich um ein Männchen oder Weibchen handelt – für einen weiteren Uhu, der in einem Wald in Buxtehude aus dem Nest fiel. „Leider konnten wir das Tier nicht zurück setzen, da wir keine Wildkameras zur Überwachung installieren durften,“ berichtet der Nordkehdinger. Diese Überwachung wäre aber erforderlich gewesen, um festzsutellen, ob sich das Alttier wieder um das Junge kümmert. Da es sich aber um einen öffentlichen Wald handelt, in dem Jogger und Spaziergänger unterwegs sind, sind Wildkameras verboten. „Und der Weg war einfach zu weit, um mal eben hinzufahren“, sagt Uwe Hintelmann. Also zog das faustgroße Federknäuel namens „Kurth“ zu dem einjährigen Uhu in die Voliere und wuchs dort zu einem stattlichen Jäger heran.

Mittlerweile befindet sich Kurth bereits in der Auswilderungsphase und kann die Voliere jederzeit verlassen. „Mal ist er mehrere Tage verschwunden, dann sitzt er plötzlich wieder bei seinem Partner in der Voliere“, erzählt Uwe Hintelmann. Aber es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis Kurth endgültig in die Freiheit verschwindet und der ältere Uhu alleine zurückbleiben muss.

Uwe Hintelmann würde sich freuen, wenn es eine Nachzuchtstation oder einen Tierpark gibt, die den beeinträchtigten Uhu bei sich aufnimmt. „Nur an Privatleute gebe in den Vogel definitiv nicht ab“, macht der Greifvogelexperte klar.

• Kontakt zu Greifvogelexperte Uwe Hintelmann: Telefon: 04770 - 7711