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Elbstrand wird zum Schwabenland

Die Schwäbin Bettina Noack liebt die Elbe, den Wind und die Menschen aus Kehdingen (Foto: sum)

Bettina Noack bringt Zugezogene mit „schwäbischem Zungenschlag“ zusammen


sum. Freiburg. Wer glaubt, dass in Kehdingen neben hochdeutsch nur „platt gesnackt“ wird, täuscht sich. Seit einigen Jahren „schwätza äwwle mehr Leide“ miteinander, denn scheinbar entdecken die Schwaben die Region an der Elbe als neue Heimat für sich. Eine von ihnen ist Bettina Noack, die in der kommenden Woche für die schwäbischen Kehdinger den ersten Schwaben-Stammtisch im Historischen Kornspeicher in Freiburg organisiert.

Vor acht Jahren verschlug es die gelernte Tischlerin mit dem deutlich hörbaren Akzent der Liebe wegen in den Flecken, nachdem sie zuvor 20 Jahre in der Nähe von Baden-Baden lebte und als Erzieherin in einem Mädchenheim arbeitete. „Ich lernte vor 16 Jahren auf einer Frachtschiffreise einen Kapitän aus Freiburg kennen,“ erinnert sich Bettina Noack. Aus einer Urlaubsbekanntschaft wurde mehr und schließlich entschloss sich die Schwäbin, nach Nordkehdingen zu ziehen.

„Die Integration klappte hervorragend“, erklärt die Mitarbeiterin eines Mutter-Kind-Heimes in Cuxhaven mit einem Augenzwinkern. Sie engagiert sich seit ihrem Umzug im Förderverein des Kornspeichers und bringt ihr handwerkliches Geschick auf der örtlichen Bootswerft bei der Restauration von Börtebooten ein.

Nachdem ihre Beziehung vor mehr als zwei Jahren zu Ende ging, überlegte die fröhliche Wahl-Nordkehdingerin zunächst kurz, doch wieder in den südlichen Schwarzwald zurückzukehren. „Aber ich habe hier Wurzeln geschlagen“, begründet Bettina Noack ihre Entscheidung, in Freiburg zu bleiben, „ich liebe die Elbe, die Schiffe und die Menschen hier.“

Plagt die Erzieherin dann doch mal das Heimweh, fährt sie ins „Schwabenländle“, um ihre Mutter und ihre sechs Geschwister zu besuchen oder kocht typisch schwäbische Maultaschen. „Die liebe ich genauso sehr, wie den guten norddeutschen Grünkohl“, erklärt die leidenschaftliche Köchin mit einem Schmunzeln.

Und wenn sie mal so richtig Lust aufs „Schwätza“ hat, besucht sie einen ihrer schwäbischen Bekannten in Kehdingen. Und davon gibt es mittlerweile viele: „Ich bin verblüfft, wie oft ich den schwäbischen Zungenschlag höre“, erklärt Bettina Noack, die einen Schwaben trotz aller Versuche, klares Hochdeutsch zu sprechen, sofort an dem Akzent erkennt.

Unter der Dusche kam der fröhlichen Frau vor zwei Monaten spontan die Idee, einen Schwaben-Stammtisch zu veranstalten und überzeugte hiervon auch das Team des Historischen Kornspeichers. Die Freiburgerin ist gespannt, wie viele schwäbische Kehdinger sie in der kommenden Woche noch kennen lernen wird. Bettina Noack freut sich schon: „Einen Abend könna ma schwätza, wie uns der Schnabl gwachsa isch.“

• Der Schwaben-Stammtisch findet am Freitag, 3. Februar, ab 19.30 Uhr im Historischen Kornspeicher Freiburg, Elbstraße 2, statt.