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Enttäuschung über Tempo 30

Claus List (v.l.), Michaela und Lars Woller sowie Peter Loudovici sind enttäuscht von der Tempo-30-Zone Fotos: sum

Geschwindigkeitsreduzierung nur auf 100 Meter Länge

sum. Freiburg. Eigentlich müsste sich die Interessengemeinschaft gegen Verkehrsbelastung über die Tempo-30-Zone vor der Schule in Freiburg freuen. Doch Claus List und seine Mitstreiter schütteln über die gerade einmal 100 Meter lange Geschwindkeitsreduzierung nur den Kopf.

Wie berichtet, wackeln bei den Anliegern der Ortsdurchfahrt L111 in Freiburg regelmäßig die Tassen im Schrank, wenn schwere Lastwagen durch den Ort donnern. Seit gut einem Jahr kämpfen die Anlieger für eine Reduzierung der Geschwindigkeit. Die Freude über die Zusage der Straßenverkehrsbehörde, dass im Rahmen der Änderung zumindest vor der Schule eine Tempo-30-Zone eingerichtet wird, war daher groß.

Als die Schilder dann endlich statt „noch vor Ende der Sommerferien“ erst kurz vor den Herbstferien aufgestellt wurden, war die Enttäuschung der Interessengemeinschaft um so größer. „Auf gerade einmal 100 Meter ist die Zone beschränkt und umfasst nicht einmal die ganze Länge des Schulgrundstücks,“ erbost sich Claus List. Die Busausfahrt, die auch die Schüler gerne zum Überqueren der Straße nutzen, wurde außen vor gelassen. Außerdem ist das Schild aus Richtung Wischhafen durch herunterhängende Äste und das Vorfahrtsschild erst so spät zu erkennen, dass sich der Tritt auf die Bremse für viele Autofahrer scheinbar nicht lohnt.

Der Landkreis Stade als Straßenverkehrsbehörde teilt die Sorgen der Anwohner nicht. Auf Rückfrage des WOCHENBLATTs erklärt Pressesprecher Christian Schmidt, dass im Rahmen einer Ortsbesichtigung die 100 Meter als unmittelbarer Bereich der Einrichtung ausreichend und häufige Straßenquerungen im Nahbereich dieser Zone nicht feststellbar sind. Auch hinsichtlich der Wahrnehmung der Verkehrszeichen gibt es derzeit nach Auffassung des Landkreises keinen Handlungsbedarf, da die Schilder für den Autofahrer rechtzeitig erkennbar sind. Einzig die Tatsache, dass abweichend von der gesetzlich geltenden 150-Meter-Abstandsregelung auch in dem kürzeren Tempo-30-Bereich geblitzt werden darf, beruhigt Claus List und seine Mitstreiter ein wenig.

„Trotzdem können wir uns mit dieser Art der Umsetzung durch den Landkreis Stade nicht zufrieden geben“, erklärt Claus List. Die Interessengemeinschaft plant eine erneute Zusammenkunft mit den Gemeindevertretern, um einen Antrag auf Verlängerung der Tempo-30-Zone zu erreichen. Außerdem hoffen die Anwohner weiterhin, dass der Flecken in das Niedersächsische „Modellprojekt Tempo 30“ aufgenommen wird.