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Er hat einen "Dino" in Pflege

Uwe Hintelmann hat zur Zeit die kleine Schleiereule "Dino" in Pflege

Bei Uwe Hintelmann kommen Greifvögel wieder auf die Beine


sum. Hamelwörden. Im Garten von Uwe Hintelmann (48) aus Hamelwörden gibt es zurzeit einen "Dino". Den Namen hat die gerade mal vier Wochen alte Schleiereule von dem Neffen des Greifvogelexperten erhalten, weil sein Spielzeug-Dinosaurier ähnlich faucht.

Die kleine Eule ist derzeit eine von drei Patienten, die von Hintelmann so lange gehegt und gepflegt werden, bis sie wieder in die Freiheit entlassen werden können.
Als Jugendlicher flog dem Zimmermann das Hobby buchstäblich zu: Ein Turmfalken-Küken war bei einem Sturm aus dem Nest gefallen. Uwe Hintelmann päppelte das Vögelchen von Hand auf und entließ es später gesund und munter in die Freiheit. Seit damals sind 25 Jahre vergangen und der Naturbursche ist im gesamten Kreisgebiet als Greifvogel-Experte bekannt. Dank zahlreicher Fachbücher und Internet hat er ein Wissen über die Jäger der Lüfte, das ihm so schnell keiner nachmacht. Außerdem verfügt er über eine stattliche Sammlung von Vogel-Präparaten zu Anschauungs- und Studienzwecken.

Jedes Jahr versorgt Hintelmann rund 80 Greifvögel und Eulen, die vor Ort in den Nestern und Gelegen betreuten Tiere nicht mitgezählt. Zu seinen gefiederten Patienten gehören neben den Schleiereulen auch Waldkäuzchen, Rohrweihen, Sperber, Mäusebussarde, Habichte sowie Turm- und Baumfalken, die ihm von der Kreis-Naturschutzbehörde, der Polizei oder Tierärzten gebracht werden.

Auch dieses Jahr scheint wieder arbeitsreich zu werden denn seit April steht das Telefon nicht mehr still. Dabei waren schon drei Aufträge der besonderen, aber nicht immer schönen Art. Einem Fischadler, der gegen ein Windkraftrad flog, konnte Uwe Hintelmann leider nicht helfen. Der Trümmerbruch des Flügels war so schwerwiegend, dass das Tier eingeschläfert werden musste. Auch für einen hier nicht heimischen Wüstenbussard kam die Rettung zu spät. Das seinem Besitzer wohl ausgebüxte Tier trieb sich in der Gemeinde Drochtersen herum, wurde aber schließlich tot aufgefunden. Da es keine Verletzungen aufwies und gut genährt war, vermutet Hintelmann: "Wahrscheinlich hat es ein vergiftetes Tier gefressen".

Doch auch eine frohe Botschaft kann der Experte verkünden. Ende Mai hat er für ein Wanderfalken-Paar, dass sich am Leuchtturm Asslersand niederlassen wollte, einen Nistkasten gebaut und in luftiger Höhe am Turm angebracht. Mit Erfolg: Schon nach vier Tagen hat das Pärchen hat sein neues Zuhause bezogen und versorgt dort gerade zwei Junge.

• Wer einen verletzten Greifvogel oder eine Eule findet, kann sich telefonisch bei Uwe Hintelmann, Telefon: 04770 – 7711, oder bei jeder Polizeidienststelle im Landkreis melden.