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Erinnerung an die mutigen Gründer

Brigitte Gerdts (v.li.), Dörte Weiß, Katrin Nicolai (kniend), Angela Köpke, Jasmin Lorenzen, Barbara Faust, Petra Bethlehm-Pape, Andrea Hinsch und Ines Schlichting feierten 70 Jahre Landfrauen Foto: sum

Landfrauenverein Nordkehdingen besteht seit 70 Jahren


sum. Oederquart. „Heute vor 70 Jahren beschlossen elf fortschrittliche Frauen aus Nordkehdingen, einen Landfrauenverein zu gründen“, eröffnete Vorsitzende Jasmin Lorenzen die Jubiläumsfeier des Landfrauenvereins Nordkehdingen, zu der kürzlich mehr als 100 Gäste nach Oederquart kamen.

Als Adele Beckmann 1947 bei der Gründungsversammlung im damaligen Hotel „Fürst Bismarck“ in Freiburg den Vorsitz einer der ersten Landfrauenvereine im Landkreis Stade übernahm, ahnte sie sicherlich nicht, dass 70 Jahre später knapp 500 Frauen dem Verein angehören, der von Jasmin Lorenzen und Angela Köpke als Doppelspitze geleitet wird. Heute gibt es zehn Vereine, die den Kreislandfrauenverband Stade mit fast 6.000 Mitgliedern zum größten Verband Deutschlands machen.

In mehreren kleinen von Matthias Rambow aus Assel gedrehten Filmen klönten die ehemaligen und aktuellen Vorsitzenden über die Geschichte des Vereins. So erzählte Ilse Horeis, dass zunächst nur Frauen aus der Landwirtschaft Mitglied werden durften. Erst nach zehn Jahren stieg die Zahl der Nicht-Landwirtsfrauen langsam auf zehn Prozent, heute gehören nur noch 30 Prozent einem landwirtschaftlichen Betrieb an. Und auch die Themen gingen mit der Zeit. Während in den Nachkriegsjahren Vorträge zu Kühlhäusern und Seminare zu elektrischen Neuheiten in der Küche der Hit waren, gehören Qigong-Kurse und Fingerfood-Kochabende genauso zum Programm wie Vorträge über Gesundheit und Ernährung sowie kulturelle Angebote. Als Highlight bezeichnete Annette Bösch die 2001 von Gundi Wist organisierte Podiumsdiskussion zu dem damals brisanten Thema BSE-Krise, zu der mehrere hunderte Gäste kamen.

Nicht geändert hat sich die Leidenschaft für schöne Gärten, die die Landfrauen regelmäßig in ganz Deutschland besuchen. Doch auch die Sorgen sind ähnlich geblieben. Schon vor 30 Jahren beklagten die Frauen mangelnde ärztliche Versorgung auf dem Land und bangten um die Existenz der landwirtschaftlichen Betriebe. Das zeigte eine 30 Jahre alte NDR-Dokumentation, in der die damals noch junge Mutter Annette Bösch, Ehefrau des Baljer Bürgermeisters Hermann Bösch, auch über die damals schon steigende Mehrfach-Belastung der Frau durch Beruf, Landwirtschaft und Familie sprach.

Damit die Landfrauen aus Nordkehdingen auch in Zukunft erfolgreich bleiben, gab ihnen die Referentin Janina Tiedemann aus Lamstedt einige Tipps mit auf den Weg: „Schrauben Sie Ihren Eigenanspruch herunter, stellen Sie Ihre Wichtigkeit heraus und treten Sie selbstbewusst auf.“