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Erntestress und Vorschriften

Henning Janßen aus Oederquart hat dem Stammtisch von seiner Arbeit als Ackerbau-Landwirt berichtet

Henning und Hans-Heinrich Janßen aus Oederquart informieren die Zugezogenen über ihre Arbeit als Landwirte


sum. Freiburg. „Als Städter kennt man sich mit der Landwirtschaft einfach nicht aus,“ erklärte Birgit Hornung aus Hamelwörden. Wie die fast 40 Gäste des „Stammtisches der Zugezogenen“ lauschte sie daher am Freitag dem Vortrag der Landwirte Henning und Hans-Heinrich Janßen aus Oederquart.

Den „Stammtisch der Zugezogenen“ gibt es seit Oktober 2014 und liegt die Mitgliederzahl bei 80. „Tendenz steigend,“ freut sich Mitinitiatorin Regina Hellendahl, die mit ihrem Mann seit drei Jahren in Oederquart lebt. „In dieser Runde tauschen wir uns aus, wie man in Kehdingen schnell heimisch wird.“ Sie war es auch, die ihren Nachbarn Henning Janßen fragte, ob er und sein Vater den Neu-Kehdingern nicht erzählen könnten, wie die hiesigen Landwirte wirtschaften und arbeiten. „Klar waren wir sofort bereit,“ erklärte der Jung-Bauer.

Während Hans-Heinrich Janßen über die Pferdezucht in Kehdingen und über die Wandlung der hiesigen Landwirtschaft berichtete, erläuterte der Junior die Arbeit im Ackerbau-Betrieb. Er erklärte, was die sogenannte Vier-Fruchtfolge bedeutet, die zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und damit zum Erhalt der Kulturlandschaft dient. Er erzählte, dass auf dem sonst so ruhigen Land die Trecker plötzlich zwei Wochen Tag und Nacht unterwegs sind, um das enge Ernte-Zeitfenster einzuhalten. Und auch auf die aktuelle Problematik des Naturschutzes entlang der Elbe wies der Jung-Bauer hin. Das Mitglied des Aktionskreises Natura 2000 machte deutlich, dass eine hoheitliche Unterschutzstellung im Kehdinger Außendeich erhebliche Einschränkungen nicht nur für die Landwirte, sondern auch für die Bevölkerung haben kann.

Zu einer Diskussion kam es an diesem Abend zwar nicht, aber die Janßens versuchten, alle Fragen zu beantworten. So erläuterte Henning Janßen auf Rückfrage, dass die Ackerbohne auch als Pferdebohne bekannt ist, die natürlich gegessen werden kann und in Deutschland immer noch als Energielieferant verkannt wird. Ob in Kehdingen tatsächlich so tief gepflügt werde, wie ein Westfale mit ausgebreiteten Armen darstellte, bezweifelte der Landwirt: "Wir pflügen in der Regel 27 Zentimeter tief, damit der Boden gut aufgelockert wird." "Und in Westfalen stößt man schneller auf Steine," warf ein weiterer Gast ein.

Auf die letzte Frage: „Wissen Sie, wie ich den Maulwurf endgültig aus meinem Garten loswerden kann?“, musste Janßen jun. mit einem Schmunzeln hinweisen, dass der Haufenwerfer geschützt sei und auch sein Vater ihn seit Jahren vergeblich vom Hof zu vertreiben versucht.