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Fahrradfähre mit Fehlstart

Hier sollte die Fahrradfähre eigentlich ab April die Elbe kreuzen

Krautsander Fährverein wartet auf gesetzliche Änderung / Fährbetrieb soll ab Sommer erfolgen

sum. Krautsand. Aufgrund einer fehlenden gesetzlichen Regelung wird sich der für April vorgesehene Betriebsbeginn der Fahrradfähre zwischen Krautsand und Wischhafen voraussichtlich auf Anfang des Sommers verschieben.

Wie das WOCHENBLATT berichtete, verfolgt der Fährverein Krautsand mit dem Bau der solarbetriebenen Fahrrad-Fähre das Ziel, Radlern während der Sommersaison eine dauerhafte Querung der Elbe zwischen Wischhafen und Krautsand zu ermöglichen. Die dort vorhandene Brücke ist nur an Wochenenden und Feiertagen täglich für vier Stunden geöffnet und zwingt viele Radtouristen zur Umkehr und die Inkaufnahme eines Umweges von 16 Kilometern. Die geplante Fahrradfähre hingegen würde täglich acht Stunden für die Radler unterwegs sein.

„Eigentlich läuft auch alles“, erklärt Jonas Kötz, Vorsitzender des Fährvereins. Die Fördergelder wurden bewilligt, die Spendeneinnahmen sind auf einem guten Weg und die nötigen Anträge und Ausschreibungsunterlagen liegen fertig auf dem Tisch. Doch nun bereitet dem Verein eine Lücke im Gesetz nicht geahnte Schwierigkeiten. Wie der Vorsitzende des Fährvereins berichtet, gab es im Binnenschifffahrtsgesetz bislang für Kleinstfähren wohl eine besondere gesetzliche Regelung, die jedoch 2008 aufgehoben wurde. „Jetzt gelten für unsere acht Meter lange Fahrradfähre die gleichen Vorschriften wie für ein 300 Meter langes Fährschiff.“ So sieht das Gesetz beispielsweise vor, dass für den Motorraum eine Selbstlöschfunktion vorhanden seine muss. Über einen Motorraum verfügt die geplante Fahrradfähre aber gar nicht. Diese wird zum einen solarbetrieben sein und zum anderen nur einen Außenbordmotor haben.

Doch der Fährverein gibt die Hoffnung nicht auf. „Unser Anliegen liegt zwischenzeitlich dem Bundesverkehrsministerium vor“, berichtet Jonas Kötz, denn die fehlenden gesetzlichen Regelungen betreffen nicht nur die auf Krautsand geplante Fahrradfähre, sondern alle Kleinstfähren in Deutschland.

Der Verein geht davon aus, dass in Kürze eine politische Entscheidung zu einer Gesetzesänderung ergeht. Dann können auch endlich die Ausschreibungen für den Bau der Fähre und des Anlegers auf den Weg gebracht und die Aufträge vergeben werden.

Die Fahrradfahrer werden sich wohl also noch bis zum Sommer gedulden müssen, bis sie endlich ohne lästige Brückenschließzeiten und Umwege die Elbe zwischen Krautsand und Wischhafen überqueren können.