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Flugverkehr im Autohaus

Heinrich Kober schimpft immer noch über die Schwalben, hat sich zwischenzeitlich aber mit ihnen abgefunden (Foto: sum)

Dutzende Schwalben hausen in einer Kfz-Werkstatt


sum. Freiburg.
„Wenn Schwalben niedrig fliegen, wird man Regenwetter kriegen. Fliegen sie bis in die Höh´n, bleibt das Wetter noch recht schön“, besagt ein bäuerliches Sprichwort. Und demnach müssten die Mitarbeiter des Autohauses Kober in Freiburg an der Elbe nicht nur gute Kfz-Mechaniker, sondern auch die besten Wettervorhersager sein. Denn jedes Jahr im Frühjahr ziehen in ihre Werkstatt etwa 20 Schwalben-Pärchen ein und verbringen dort mit ihrem Nachwuchs den Sommer.

Senior-Chef Heinrich Kober meint, dass die Tiere schon zwanzig Jahre regelmäßig die Werkstatt belagern. „Wir haben schon alles versucht, um die Vögel loszuwerden“, erklärt er. Doch weder das Entfernen der Nester, noch der komplette Neuanstrich des Gebälks führten zum Erfolg. Die Vögel mit dem gespaltenen Schwanz blieben hartnäckig und ließen sich nicht vertreiben. „Selbst Nachbars Katze muss sich vor den Schwalben in acht nehmen,“ lacht Heinrich Kober. Wenn sie in der Werkstatt herumschleicht und die fliegende Beute belauert, greifen die Vögel laut schreiend an und legen die Katze im wahrsten Sinne des Wortes „flach“.

„Mittlerweile haben wir uns damit abgefunden, dass wir jedes Jahr Obermieter haben,“ erklärt der Senior-Chef. Aber nach wie vor litten Werkstatt und Autos jeden Sommer unter dem Schwalben-Dreck und auch die Mitarbeiter mussten regelmäßig in Deckung gehen, um nicht "beschossen" zu werden. Doch dann hatte der Betrieb die rettende Idee.

Seit Kurzem werden durch die gesamte Werkstatt pünktlich mit dem Eintreffen der ersten Schwalben mit Hilfe eines Gestells Netze gespannt. Auf diese werden mit Wäscheklammern Plastikfolien befestigt, auf die die fliegenden Extremente fallen. Im Herbst, wenn die Tiere dann das Weite suchen, wird die Folie mit den Hinterlassenschaften fachgerecht entsorgt.

Das blaue Deckengehänge mag zwar etwas seltsam erscheinen, aber nur so können die Schwaben weiterhin jedes Jahr das Obergeschoss der Werkstatt als Brutstube nutzen, während Fahrzeuge und Mitarbeiter sauber bleiben.