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Flugzeug im Kreidesee versenkt

Die Piper Aircraft P601 hängt am Haken

Neue Attraktion für Hobby-Taucher / Piper „fliegt“ zukünftig in 11 Metern Tiefe / Sinkflug mit Hindernissen

sum. Hemmoor. Was auf den ersten Blick nach einem Flugzeugabsturz aussieht, entpuppt sich als gezielte Aktion. Taucher dürfen sich auf eine neue Attraktion im Kreidesee freuen.

Der Kreidesee in Hemmoor im Landkreis Cuxhaven ist ein Süßwasser-Dorado für Taucher aus ganz Europa. Wo von 1862 bis 1976 die Kreide für die Zementfabrik abgebaut wurde, erkunden heute bis zu 30.000 Freizeit-Taucher jährlich in bis zu 60 Metern Tiefe die zurückgelassenen Reliquien des damaligen Tagebaus und neu hinzugefügte Artefakte.

Damit es unter Wasser nicht langweilig wird, hatte sich Holger Schmoldt, Betreiber der Tauchstation, in den Kopf gesetzt, ein neues Flugzeug im Kreidesee zu versenken. Lange hat die Suche nach der passenden Maschine gedauert. Am liebsten hätte Holger Schmoldt eine Boeing oder einen Airbus im Kreidesee versenkt: „Doch die sind so wahnsinnig teuer.“ Und so wurde es schließlich die Piper Aircraft P601, die der Tauchbasis-Betreiber vor zwei Jahren in München fand und nach dem Abmontieren der Flügel auf einem Tieflader nach Hemmoor transportierte. Dort musste sie vollständig entkernt und von sämtlichen Hydraulikleitungen befreit werden. „Das war ziemlich aufwendig und hat viel Zeit in Anspruch genommen“, berichtet Holger Schmoldt.

Am vergangenen Wochenende war es endlich so weit. Mit einem 90-Tonnen-Kran hob die Piper zu ihrem letzten Flug ab und landete wohlbehalten im Kreidesee. Dort schwamm sie zwei Tage lang an der Oberfläche und wollte einfach nicht untergehen. „Wir haben zu viel Styroporplatten in die Maschine gepackt“, erklärt Holger Schmoldt. Ohne dieses Auftriebsmittel wäre die Maschine mit einem Gewicht von 1,2 Tonnen jedoch wie ein Stein auf den Boden des Sees gesunken. Da sie aber in elf Metern Tiefe „schweben“ sollte, wurde sie leichter gemacht. Zu leicht, wie das Team rund um Holger Schmoldt feststellen musste. Daher entfernte die Crew einige Styroporplatten und packte dafür Ziegelsteine in die Flugzeugnase. So wurde die Piper schwer genug, um unter Wasser gezogen zu werden, blieb aber leicht genug, um nicht auf den Boden zu sinken. Damit das Flugzeug seine Position im Wasser hält, verankerten Taucher es mit Stahlseilen an einem alten Betonpfeiler am Boden des Sees. Jetzt können Taucher zukünftig das neue Flugobjekt mit einem etwas abgemagerten Flugzeugpiloten, einem seltsamen Fluggast und einer besonderen Ladung unter die Lupe nehmen.