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Gemeinsam Spaß an Handarbeit

Heike Wagner in ihrem selbstgestrickten Kleid
 
Bei "Luftmaschen & Co." treffen sich "alte Strickhasen" und "neue Stricklieseln", um gemeinsam die Nadeln zu schwingen

Im Landwandel Drochtersen klappern einmal im Monat die Stricknadeln

sum. Drochtersen. rotz ihrer stolzen 86 Jahre schwingen bei Else Tiedemann (86) die vier Stricknadeln nur so hin- und her. „Ich stricke gerade Socken für meinen Urenkel", berichtet die sechsfache Mutter und zwölffache Oma, die seit ihrer Kindheit gerne Handarbeiten macht. Als junge Frau fertigte sie sogar für eine Hamburger Strickfirma in Heimarbeit Wollpullover an.

Ihre Leidenschaft teilt sie mit einer ganzen Gruppe Frauen, die sich regelmäßig jeden zweiten Dienstag eines Monats im Landwandel-Gemeinschaftsraum zum Handarbeits-Treff „Luftmaschen & Co.“ versammeln. Auch Anke Hilbert (54) kommt gerne und zeigt stolz die kleinen Handschuhe mit Mausgesicht, die sie für ihre Enkeltochter gestrickt hat. „Für meinen Mann Lothar habe ich sogar extra lange Wollsocken gemacht“, schmunzelt sie und zeigt das bunte Sockenpaar in Größe XXL. Sie hat mit dem Stricken angefangen, als ihre Kinder noch klein waren und entspannt heute gerne bei diesem Hobby.

Die Feinarbeiterin unter den Luftmaschen-Jägerinnen ist Lisa Middeke. Die 87-Jährige arbeitet zur Zeit an einem kleinen Täschchen, in dem eine Packung Taschentücher Platz findet, schnappt sich aber auch sehr gerne die feinste Nadeln, um edle Umrandungen um Stofftaschentücher zu häkeln. Während ihre Hände noch flink genug für diese Arbeit sind, kann beispielsweise Gesine Peters (93) dieser Leidenschaft nicht mehr nachgehen: „Früher habe ich auch gerne Pullover und Jacken gestrickt. Heute machen meine Arme nicht mehr mit.“ Trotzdem kommt sie gerne zum Treff, um mit den anderen zu „fachsimpeln“.

So richtig „stricksüchtig“ ist Heike Wagner (57), die aus Wischhafen anreist, um im Landwandel die Nadeln fliegen zu lassen. Die Reederei-Mitarbeiterin macht aus dem Stricken fast schon eine Kunst und „malt“ mit bunter Wolle. Zur Zeit strickt sie gerade an einem Tuch in verschiedenen Blautönen und zaubert scheinbar kinderleicht für den welligen Rand ein paar Maschen hinzu. „Ich steh morgens extra früher auf, um noch ein paar Reihen zu stricken“, erklärt sie mit einem Zwinkern.

„Ich auch“, ruft Simone Caesar (53), die zurzeit - wie viele der Damen - an einer Socke arbeitet. Sie bezeichnet sich selber als ein „bisschen pingelig“. Wenn man sich die schon fertigen Strümpfe anschaut, versteht man sofort, was die Medizinische Fachangestellte damit meint. „Die sehen aus wie gebügelt“, erklärt eine andere „Strickliesel“. Erst Anfang des Jahres ist Simone Caesar nach Drochtersen gezogen und hat über die Handarbeit Kontakte geknüpft. „Ich habe bei Ebay-Kleinanzeigen eine Handarbeiterinnen-Suchanzeige aufgegeben und darauf hat sich Manuela gemeldet.“ Mit Manuela meint sie Manuela Jacksties. die sich als Strick-Neuling outet. „Bislang habe ich nur getöpfert und wollte etwas Neues ausprobieren,“ erzählt die 49-Jährige.

Der Handarbeits-Treff „Luftmaschen & Co.“ findet jeden ersten Dienstag im Monat ab 18.30 Uhr im Gemeinschaftsraum des Landwandel Drochtersen, Gauensieker Straße 88, statt. Männer und Frauen mit und ohne Strickkenntnisse sind immer herzlich Willkommen.

• Kontakt: Heike Wagner, Telefon: 0177 – 6444 792