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Grundschüler behaupten sich: „Nein, ich will das nicht!“

Mit einem laut gegrölten "Nein, ich will das nicht!" sollen die Kinder in eine Notsituation andere auf sich aufmerksam machen

Selbstverteidigungskursus mit Michael Müller: Viertklässler aus Balje lernen, sich gegen die Großen zu wehren


sum. Balje. Noch sind die Jungs und Mädchen aus der vierten Klasse der Grundschule in Balje die Großen. Doch wenn sie im kommenden Sommer auf die weiterführenden Schulen wechseln, sind sie wieder die Kleinen. Um sich verbal und im Notfall auch aktiv gegen die Schikanen älterer Mitschüler wehren zu können, gibt es in Balje zum ersten Mal einen Selbstverteidigungskurs für die Neun- und Zehnjährigen.

Im örtlichen Kindergarten üben die Kleinen schon seit einigen Jahren, sich selbst zu behaupten. „Jetzt sollen auch die Grundschüler lernen, wie sie sich wehren können,“ erzählt Schulleiterin Susanne zum Felde, die gerne der Anregung der Eltern folgte und Selbstverteidigungslehrer Michael Müller von der Sportgemeinschaft Cuxdefence aus Neuhaus für das Projekt gewann. Sowohl die Gemeinde Balje als auch die Samtgemeinde Nordkehdingen beteiligen sich an den Kosten, so dass von den Eltern noch ein monatlicher Beitrag von 20 Euro aufzubringen ist.

Statt eine Nachmittags-AG anzubieten, beschloss die Schule, für ein halbes Jahr den Sportunterricht durch den Kurs zu ersetzen. „Nachmittags lässt bei den Kindern die Konzentration stark nach,“ erklärt Michael Müller. Daher findet der zweistündige Unterricht auch im letzten Block statt. „Danach sind die Kinder wirklich groggy“, weiß der Trainer aus Erfahrung.

Nach dem Aufwärmen geht es sofort zur Sache: Die Kinder trippeln auf der Stelle und Michael Müller zählt laut von Drei rückwärts. Sofort stehen die Kinder in einer festen Position und schreien aus Leibeskräften. Schon geht es zur nächsten Aufgabe. Luca tippt Daria an, die sofort ein Stück zurück in ihre feste Postion springt und ihren Partner anschreit: „Nein! Ich will das nicht!“ „Die Kinder sollen lernen, in einer Notsituation verbal auf sich aufmerksam zu machen und Abstand zu gewinnen“, erklärt der Selbstverteidigungslehrer. Außerdem erschrecken sie so ihren Gegner und haben eine Chance zum Weglaufen. Anschließend stürmen die Kinder auf ihren Trainer zu und schubsen ihn so stark, dass der gestandene Lehrer fast ein bisschen Mühe hat, stehen zu bleiben. Danach rennen sie sofort zu seiner Assistentin und schlagen zehn Mal gegen ihre Handschuhe. „Wenn es nicht anders geht, müssen sich die Kinder auch aktiv wehren können“, beschreibt Michael Müller den Sinn dieser Übung.

Man merkt, dass die Kinder viel Spaß am Unterricht mit Michael Müller haben. Und Susanne zum Felde freut sich, dass sie ihre Schützlinge gut gerüstet in die Welt der „Großen“ entlassen kann.